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DStGB-Dokumentationen

Nr. 71 - Chance Solarenergie

Spätestens in der Folge der Präsentation der drei Teilbände des vierten UN-Weltklimaberichts in der ersten Jahreshälfte 2007 hat der Klimaschutz – wie repräsentative Umfragen belegen – eine herausragende Bedeutung auch im öffentlichen Bewusstsein erlangt. Die Klimaforscher warnen vor einer Erwärmung der Erdtemperaturen um bis zu 6,4 Grad Celsius bis zum Jahre 2100, wenn der CO2-Ausstoß unvermindert anhält. Die drastischen Folgen: Das Polareis schmilzt, Gletscher im Alpenraum verschwinden, Hitzewellen, Dürreperioden und Orkane nehmen zu. Der Meeresspiegel wird dann um bis zu 59 Zentimeter ansteigen.

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Der UN-Klimabericht zeigt auf, dass der Klimawandel maßgeblich auf dem von Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlendioxid und Methan, beruht.

Die Städte und Gemeinden sind von den zu erwartenden Klimaänderungen besonders und unmittelbar betroffen. Hier besteht daher ein erhebliches Klimaschutzpotenzial. Aufgrund ihrer Bürgernähe und der entsprechenden Möglichkeit zur Einbindung der Bevölkerung haben gerade diese kleinen Kommunen gute Ausgangsbedingungen. Als bürgernächste staatliche Ebene können Kommunen zum einen Privathaushalte und Unternehmen für Beiträge zum Klimaschutz gewinnen und eine wichtige Vorbildfunktion ausüben. Zum anderen betreiben sie selbst aktiven Klimaschutz. So haben viele Kommunen schon vor Jahren begonnen, sich freiwillig Klimaschutzziele zu setzen, Aktionsprogramme auszuarbeiten und sie Schritt für Schritt zu realisieren. So gibt es zahlreiche kleinere Gemeinden, die ihren Energiebedarf bereits heute zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen decken, während auf Bundesebene noch um die geeigneten Maßnahmen zur Erreichung des erklärten Ziels von 20 Prozent debattiert wird.

Eine aktuelle Studie des Bundesumweltministeriums zeigt, dass auch bei steigendem Wachstum und Wohlstand sich der Kohlendioxidaustausch in Deutschland drastisch verringern lässt. Durch intelligente Energienutzung, den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und mit erneuerbaren Energien können demnach die CO2-Emmissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 sinken – und damit das Klimaschutzziel der Bundesregierung erreicht werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien würde in diesem Szenario auf 77 Prozent ansteigen. Und Solarstrom spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Sonne ist ein Energielieferant mit unendlichem Potenzial: in nur einer Stunde strahlt die Sonne soviel Energie auf die Erde, wie die Weltbevölkerung derzeit in einem ganzen Jahr verbraucht.

Wir können die Auswirkungen des Klimawandels mildern, indem wir den Verbrauch fossiler Energien schnell und drastisch senken. Jetzt zählt jede Kilowattstunde, die eingespart oder ohne Klimabelastung erzeugt wird. Dieser Aufgabe müssen sich die Politik, die Kommunalverwaltungen, alle gesellschaftlichen Gruppen und jeder Bürger stellen. Ich begrüße daher die Dokumentation. Damit geht ein positives Signal an die Entscheidungsträger in den Kommunen. Die Dokumentation zeigt, wie man erfolgreich Solarenergie fördern kann. Ich hoffe, dass dadurch weitere Prozesse angestoßen werden; denn ein Engagement für die Daueraufgabe Klimaschutz ist als Zukunftsinvestition der Städte und Gemeinden sowie für deren Bürger anzusehen. Nach dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ werden die deutschen Städte und Gemeinden als bürgernächste staatliche Ebene ihre besondere Verantwortung für die Verankerung des Klimaschutzes in der Gesellschaft jedenfalls auch weiterhin wahrnehmen und verstärken.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort Deutscher Städte- und Gemeindebund 2
Vorwort der Deutschen Umwelthilfe e. V. 3
Vorwort Bundesverband Solarwirtschaft e. V.

3
Energiepolitik: Neue Herausforderungen für Kommunen
Unsichere Energieversorgung 4
Klimawandel bereits spürbar 4
Erneuerbare Energien legen kontinuierlich zu 4
Energiepolitische Vorgaben von EU und Bund 4
Energiepolitische Handlungsmöglichkeiten für Städte und Gemeinden

5
Nachhaltige Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien
Zukunftsfähiger Energiemix 6
Energieeinsparung, Effizienz und Erneuerbare Energien ergänzen sich hervorragend 6
Erneuerbare Energien in Zahlen

6
Erneuerbare Energien im Überblick 7

Solarenergie als Kommunaler Standortvorteil

Stadt Tittmoning – Solarkommune im Chiemgau 8
Erneuerbare Energie-Wirtschaft in Neckarsulm 8
Sonnenreiches Freiburg

9
Solarnutzung unterstützen: Förderprogramme und Bauplanung
Solarenergie-Förderprogramme machen den Einstieg leicht 10
Sind Solarwärmeanlagen rentabel? 10
Förderung und Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen

10
Solare Stadtplanung
Baurechtliche Vorschriften für Solaranlagen 11
Bauleitplanung

11
Solare Bebauungspläne
Bebauungsplan 11
Städtebauliche Verträge

12
Beispiele kommunaler Handlungsmöglichkeiten
Baupflicht für Solaranlagen – gute Erfahrungen in Vellmar 12
Freising: Solar beheiztes Freibad seit 10 Jahren 12
Solarwärmeanlagen im kommunalen Wohnungsbau 13
Berliner DEGEWO setzt auf Solarwärme 13
Solarstromanlagen auf öffentlichen Gebäuden – Solardachbörsen machen Schule 14
Solarstromanlagen "Vom Watzmann bis zum Wendelstein" 14
Solarstromanlage als Gemeindeinvestition: der Solarpark Görisried 15
Zusätzliche Marktimpulse setzen mit kommunalen Förderprogrammen 15
Solarenergie als Thema der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit: Solarstadt Gelsenkirchen

15
Kommunale Handlungsmöglichkeiten: Bildung
Kommunen machen Schule: Solarenergie in den Unterricht bringen 16
Hessen Solar Cup und Energieschulen

17
Aktionen und Kampagnen für Kommunen
SolarLokal: Solarstrom-Aktion für KOmmunen 17
Solarbundesliga: Kommunaler Wettstreit motiviert 18
Woche der Sonne – in Tausenden Kommunen

19
Weiterführende Adressen und Links 20


© DStGB, Berlin, 12.08.2011