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Demografiegipfel

16.03.2017
Demografie: Chancen und Potenziale nutzen
© mickyso - Fotolia.com

Unter dem Titel „Zusammenhalt stärken – Verantwortung übernehmen“ findet am 16. März der diesjährige „Demografiegipfel“ in Berlin statt. Der DStGB ist durch seinen Präsidenten Bürgermeister Roland Schäfer bei der Veranstaltung vertreten.

Der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. Gerd Landsberg, betonte in einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk (s. u. Link zum Nachhören), dass der demografische Wandel schon beim Blick in die Daten des Bundeswahlleiters zu erkennen sei. Bei der kommenden Bundestagswahl stelle die Bevölkerungsgruppe über 70 die meisten Wahlberechtigten, während die 18- bis 30-Jährigen nur rund 15 Prozent ausmachten. Landsberg betonte allerdings, dass mit der demografischen Entwicklung auch bedeutende Chancen verbunden sind, die es in den Blick zu nehmen gelte. Immer mehr ältere Menschen seien bereit, sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl zu engagieren. Diese Potenziale gelte es in Städten und Gemeinden zu nutzen, so Landsberg.

Nachfolgend ist ein Statement von Dr. Gerd Landsberg zu den Potenzialen des Demografischen Wandels im Wortlaut wiedergegeben:

"Deutschland altersgerecht umbauen – Chancen und Potenziale nutzen

Deutschland altert, der Anteil älterer Menschen nimmt rapide und kontinuierlich zu. Das ist Herausforderung,  aber auch Chance. So wie wir in Deutschland mit einem Kraftakt auf dem Weg sind ein kinderfreundliches Land zu werden, müssen wir uns gleichzeitig viel ambitionierter auf den Weg machen, auch ein altersgerechtes Land zu werden. Das Grundgesetz fordert gleichwertige Lebensbedingungen im ganzen Land. Diesen Auftrag müssen wir erfüllen. Dazu gehört eine flächendeckende ärztliche Versorgung, Mobilitätsangebote  und Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe in Stadt und auf dem Land für alle, also auch für ältere Menschen. Das wird nur gelingen, wenn wir bereit sind neue Wege zu gehen und die Alterung als gesamtgesellschaftliche Herausforderung begreifen.

Dazu gehört auch, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig auf die Chancen der Telemedizin vorbereiten. Wir müssen zudem vermehrt neue Wohnformen mit Mehrgenerationenhäusern und anderen Gemeinschaftsmodellen etablieren, in denen die Kreativität und das Engagement gerade älterer Menschen in der Gemeinsamkeit mit jungen Familien genutzt werden kann. Wohnortnahe ambulante Pflegestrukturen müssen kommunal gesteuert werden und bieten die große Chance, dass viel mehr Pflegebedürftige weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld leben können.
Gleichzeitig sollten auch die Chancen des Alterungsprozesses deutlicher hervorgehoben werden. Noch nie gab es so viele aktive, engagierte und teilweise auch wohlhabende ältere Menschen. Sie sind oftmals bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Es ist Aufgabe der Kommunen die dafür notwendigen Grundlagen zu schaffen.

Der demografische Wandel und der Alterungsprozess ist aber zugleich Auftrag an Bund und Länder die notwendigen -auch finanziellen -Rahmenbedingungen zu schaffen, damit es vor Ort gelingt das Land altersgerecht zu gestalten. Wir brauchen mehr Investitionen in die Infrastruktur, um den Anforderungen des Alterungsprozesses gerecht zu werden. Das ist wichtiger als der Automatismus von immer neuen und höheren Sozialleistungen .Dieser Grundsatz sollte auch bei der derzeitigen Diskussion um Rentenreformen beachtet werden. Altersarmut wirksam bekämpfen ist wichtig, darf aber nicht zu kaum tragfähigen Belastungen der jüngeren Generationen führen.

Nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft ist gefordert. Wer heute altersgerechte Produkte entwickelt, wird damit morgen auch im Export erfolgreich sein, denn alle Industrieländer durchlaufen einen ähnlichen Alterungsprozess. Erfolgreiche Unternehmen nutzen längst den Erfahrungsschatz der ' alten Hasen ' und bieten einen Senior Experten Service an.

(Foto: © mickyso - Fotolia.com)