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Schwerpunkt

09.09.2015

freiwilligendienst – Chance für Kommunen und das Gemeinwesen

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Der zum 1. Juli 2011 gestartete Bundesfreiwilligendienst hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt und dem freiwilligen Engagement von Frauen und Männern aller Altersgruppen neue Impulse gegeben. Er bietet die Möglichkeit, ehrenamtliches Engagement in seiner unterschiedlichen Ausgestaltung einer großen Gruppe von Menschen ans Herz zu legen. Gerade für junge Menschen bietet er auch eine große Chance für eine Berufsorientierung. Im Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder engagieren, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat: Menschen jeden Alters nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (je nach Bundesland mit 16, manchmal auch schon mit 15 Jahren), Männer und Frauen. Jüngere Freiwillige erwerben und vertiefen ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen, ältere Freiwillige bringen ihre eigene Lebens- und Berufserfahrung ein. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.

Mit dem Bundesfreiwilligendienst bieten sich in den unterschiedlichsten städtischen und gemeindlichen Aufgabenfeldern sehr spannende Einsatzfelder, vom Kindergarten über die Schulen, kulturelle Einrichtungen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, aber auch bei der Kultur- und Denkmalpflege, der Integration sowie den Freiwilligen Feuerwehren an. Mit der Ankündigung, zusätzlicheStellen für die Unterstützung ehrenamtlicher Initiativen zur Flüchtlingshilfe zu schaffen, kommt so das Thema „Flüchtlinge und Asylbewerber“ durch die Beteiligung der vielen  Bundesfreiwilligen auch mitten in der Gesellschaft an.

In der Regel dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens jedoch sechs und höchstens 18 Monate. In Ausnahmefällen kann er bis zu 24 Monate geleistet werden. Beim Bundesfreiwilligendienst handelt es sich grundsätzlich um einen ganztägigen Dienst. Für Freiwillige über 27 Jahren ist aber auch ein Teilzeitdienst von mehr als 20 Stunden wöchentlich möglich.

Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst. Für das Taschengeld, das die Freiwilligen für ihren Dienst erhalten, gilt derzeit (Stand: 2015) die Höchstgrenze von 363 Euro monatlich (6 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung). Das konkrete Taschengeld wird mit der jeweiligen Einsatzstelle vereinbart.

Weitere Informationen und Materialien, Checklisten, Vorlagen für Mustervereinbarungen können den beigefügten Materialien entnommen werden, bzw. sind auf der Homepage des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben (BAFzA) unter www.bundesfreiwilligendienst.de abrufbar.

Von der Vielzahl an Einsatzfeldern können vor allem auch die Freiwilligen profitieren. Junge Menschen können die Zeit nach der Schule nutzen, um sich zu orientieren und erste Berufserfahrung zu sammeln. Ältere Freiwillige können nach Ende des Berufslebens aktiv am Leben in ihrer Stadt oder Gemeinde teilnehmen, indem sie ihre Berufs- und Lebenserfahrung an andere Menschen weitergeben. 

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) haben eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, damit kommunale Einsatzstellen und interessierte Freiwillige besser zusammenfinden können. Dafür wurde eine eigene Servicestelle eingerichtet, die den Kommunen Beratung und Unterstützung in Sachen Bundesfreiwilligendienst bietet und gleichzeitig die Koordinierung derjenigen Angelegenheiten übernimmt, die mit dem Bundesamt abgewickelt werden. Mit der Vereinbarung und der Kooperation mit dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ist für die Kommunen eine gute Grundlage für einen gelingenden Start des neuen Freiwilligendienstes geschaffen worden.

Städte und Gemeinden im Mitgliedsbereich des Deutschen Städte- und Gemeindebundes haben die Möglichkeit, sich dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben als Zentralstelle zuzuordnen. Damit ist ein vielfältiges Leistungsangebot verbunden, das Bundesamt: 

  • berät und hilft bei der Anerkennung als Einsatzstelle und bei der Suche und Vermittlung von Freiwilligen
  • ist verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung des Dienstes in den ihnen angeschlossenen Einsatzstellen
  • erledigt alle anfallenden administrativen Aufgaben
  • zahlt die Geld- und Sachbezüge für die Freiwilligen in Form der Kostenerstattung in Höhe des Bundeszuschusses
  • übernimmt die inhaltliche Konzeption und  praktische Durchführung der pädagogischen Begleitung
  • betreibt kompetente Beratung vor Ort durch die Regionalbetreuer

Für die Aufgabenerledigung im BAFzA als Zentralstelle werden keine Kosten erhoben. Sowohl die Zuordnung als auch die Anerkennung einer Einsatzstelle sollte unbedingt unter Angabe der Spitzenverbandsnummer des DStGB SPIDE00012 erfolgen. Die notwendigen Vereinbarungen stehen unter „Formulare“ bereit.

Aufgrund unserer stetig älter werdenden Gesellschaft kommt dem freiwilligen Engagement eine immer größere Bedeutung zu. Die Städte und Gemeinden sollten daher die Möglichkeiten des Bundesfreiwilligendienstes durch aktives Werben in Zukunft nutzen, um ihr soziales Kapital zu stärken.

weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst sind zudem auf der Homepage unter www.bundesfreiwilligendienst.de abrufbar.

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