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NachHaltigkeit

19.01.2017
Kommunen engagieren sich für SDGs
Vertreter der Stadt Pfaffenhofen mit ihren Partnern aus der serbischen Stadt Valjevo beim Auftaktworkshop Kommunale Nachhlatigkeistpartnerschaften in Gelsenkirchen.  © DStGB

Am 16. und 17. Januar fand in Gelsenkirchen der Auftaktworkshop kommunale Nachhaltigkeitspartnerschaften der Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) statt. Es wurden erste Schritte unternommen um die Pilotphase der Initiative mit Leben zu füllen. Dabei waren vor allem die deutschen Kommunen und ihre Partner aus dem Kosovo, Serbien und Bosnien und Herzegowina gefragt. Sie haben in den zwei Tagen erste Schritte beschlossen, wie sie das Thema Nachhaltigkeit prominenter in ihren Kommunen verankern können. Dabei stehen der Austausch und der gemeinsame Nutzen aller Beteiligten klar im Vordergrund – Ideen sollen zusammen entwickelt, geteilt und umgesetzt werden. Die Kommunen begegnen sich auf Augenhöhe und gehen als gleichberechtigte Partner den Weg hin zu mehr kommunaler Nachhaltigkeit.

Am 1. Januar 2016 traten die von der UN formulierten Sustainable Development Goals (SDGs, Ziele für nachhaltige Entwicklung) in Kraft. Die 17 Ziele, die darin zusammengefasst sind, sind breit gefächert und zeigen, wo anzusetzen ist, um nachhaltige, soziale und ressourcenschonende Entwicklung zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund der sich beschleunigenden Urbanisierung sind es insbesondere die Städte und Gemeinden, die durch diese Ziele zum Handeln angeregt werden. Die Frage wie die Stadt zu einem inklusiven, ökologisch orientierten und sozial fairen Lebensraum werden kann, versuchten auch die teilnehmenden Kommunen zu beantworten.

Bestimmte Voraussetzungen, wie finanzielle oder organisatorische, gibt es beim Thema Nachhaltigkeit wenige. Es zählt allem voran die Motivation, sich für eine nachhaltige Entwicklung in der Kommune einsetzen zu wollen. Die Größe der Kommune oder eine lange Tradition einer Partnerschaft sind jedoch nicht ausschlaggebend. Beim Workshop waren Partnerschaften zwischen Städten vertreten, die teilweise schon weit über 50 Jahre bestehen. Andere Partnerschaften trafen sich im Rahmen des Workshops dahingegen gar zum ersten Mal. Wichtiger als die Größe der Kommune oder die Länge der Partnerschaft zwischen den Kommunen sei jedoch „der lange Atem“, betonte Martina Rudowitz, erste Bürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen. Die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung lassen sich nicht von heute auf morgen realisieren und benötigen über einen langen Zeitraum Menschen und Kommunen die sich für sie engagieren.

Während der zwei Tage formulierten die Partnerschaften ihre Ziele für die nächsten zwei Jahre, die Pilotphase der kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaften. Dabei verständigten sich die Partner auf einige der 17 Ziele der Sustainable Development Goals und überlegten Strategien wie zu deren Umsetzung in ihren Kommunen beigetragen werden kann. Als besonders wichtig gilt dabei die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen. Nur durch die Beteiligung der Bürgerschaft kann das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft in der Gesellschaft etabliert werden. Darüber hinaus ist der Partnerschaftsgedanke ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes: durch den Austausch von Ideen und der Perspektive von außen, die die Partner gegenseitig einbringen, ergeben sich neue Ansatzpunkte und innovative Konzepte, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele einen erheblichen Beitrag leisten.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung der Memoranda of Understanding (Absichtserklärungen). Damit gingen die Partnerkommunen einen wichtigen Schritt in der Formalisierung ihrer Beziehungen und in ihrem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit.

(Foto: Vertreter der Stadt Pfaffenhofen mit ihren Partnern aus der serbischen Stadt Valjevo beim Auftaktworkshop Kommunale Nachhlatigkeistpartnerschaften in Gelsenkirchen.  © DStGB)