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Schwerpunkt

16.11.2016
Ländliche Entwicklung - Regionalpolitik
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Politik schaut gerne auf Metropolen. Dieser Blick aber vernachlässigt die ländlichen Räume, die große Teile Deutschlands ausmachen. Der ländliche Raum hat gegenüber den städtischen Räumen Potenziale, die zukünftig verstärkt genutzt werden müssen. 

Die Lebensqualität ist zumeist hoch, sofern die notwendige unterstützende Infrastruktur in den ländlichen Räumen vorhanden ist. Beispiele für solche Infrastrukturen sind Einzelhandel, Sparkassen, Postfilialen, Infrastruktureinrichtungen wie Bahnhöfe und Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen wie Schulen und Volkshochschulen, Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos und anderes. Auch Standortentscheidungen der öffentlichen Verwaltung können die Entwicklung ländlicher Räume fördern oder behindern.

Diese Einrichtungen und Angebote sind gefährdet. Unterhalb bestimmter Einwohnerdichten nimmt die Tendenz zu, die genannten Einrichtungen zu schließen. Auch Fördermittel fließen, zumindest von der Menge her, schwerpunktmäßig in Ballungsgebiete mit höherer Dichte. Gebietsreformen können schließlich eine steigende Bürgerferne durch die Auflösung oder die Fusion von Verwaltungen hervorrufen. Auch allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Globalisierung oder die wachsende Mobilität von Arbeitnehmern, verstärken die Befürchtungen, gering besiedelte Gebiete könnten ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber Ballungsräumen mit hoher Dichte verlieren. Daneben verändert sich das Verhältnis von Staat und Bürgern. Dies betrifft auch die Städte und Gemeinden. Neue Erwartungen der Menschen führen zu neuen Formen der Verwaltung. Die zunehmende Entstehung von Netzwerkprozessen unter Einbeziehung von nicht formal legitimierten Akteuren (Governance) wie Agendagruppen, Interessenverbänden oder informellen Zirkeln ist ein Beispiel dafür.

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