Schwerpunkte
Das deutsche Bildungssystem ist trotz festzustellender Verbesserungen in den letzten Jahren immer noch reformbedürftig. Noch immer verlassen 80.000 Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss die Schule, 400.000 Langzeitarbeitslose haben keinen Abschluss, es fehlen Lehrer, die Unterrichtsausfälle nehmen dramatische Folgen an. Von daher ist es richtig, dass Bund und Länder eine Qualitätsoffensive starten wollen.
Zentrale Herausforderungen für eine bessere Bildungspolitik sind insbesondere:
- die Verbesserung der Kindergartensituation als Ort frühkindlicher Bildung,
- Sprachkompetenz als Voraussetzung für mehr Chancengerechtigkeit,
- die bessere Vernetzung von Grundschulen und Kindergärten,
- der Ausbau der Ganztagsbetreuung in Schulen,
- die Aufwertung der gesellschaftlichen Anerkennung des Lehrerberufs durch Aufstiegsmöglichkeiten und Werbung für den Lehrerberuf,
- die Stärkung der Selbstständigkeit von Schulen (Schulprofile, Budget- und Personalhoheit),
- die Festschreibung nicht nur von Elternrechten, sondern auch von Elternpflichten,
- die stärkere Einbindung der Wirtschaft mit Blick auf Praktikumsstellen und die stärkere Vernetzung beim Übergang in die Ausbildung,
- der konsequente Ausbau der Infrastruktur von Kindergärten und Schulen und die dauerhafte Verbesserung der Ausstattung,
- die Mittelbereitstellung für zusätzliche soziale Betreuung gerade in Problemschulen und Brennpunkten.
Diese
notwendigen Herausforderungen des Bildungsstandorts müssen dauerhaft
finanziert werden. Hier sind vornehmlich der Bund, insbesondere aber die
Länder in der Pflicht, vor der Formulierung „immer neuer
Versprechungen“ ein dauerhaftes Finanzierungskonzept für bessere Bildung
zu beschließen. Die Kommunen sind nicht in der Lage, aus eigener Kraft
immer neue Anforderungen bei Personal und Infrastruktur zu leisten. Der
Bildungsgipfel der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten muss ein
nachhaltiges Finanzierungskonzept auf den Weg bringen.
Die
Kommunen sind mit ihren weitreichen Zuständigkeiten zum Beispiel im
Bereich der Jugendhilfe, der Kultur, aber auch bei der Ausstattung von
Schulen. Sie haben eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung lokaler
Bildungslandschaften. Umso unverständlicher ist es, dass die Kommunen
nicht am Bildungsgipfel beteiligt werden. Eine Reform des Bildungswesens
wird nur mit den Kommunen gelingen.
Im Brennpunkt zum
Bildungsgipfel werden Positionspapiere aus dem Mitgliedsbereich des
DStGB zum Thema Bildung, aber auch konkrete Forderungen und Fakten zum
Bildungswesen aufgelistet.
© DStGB, Berlin, 12.08.2010
Aktuelles
- Nachbesserungen im Bildungssystem notwendig
- Schulobst verfault im Föderalismusdschungel
- Interview: "Weg in die Bildungsrepublik finden"
- Bürgermeister berichtet über BildungsCampus Osterholz-Scharmbeck
- Die Konjunkturprogramme der USA und Deutschland: Bildungspolitische Maßnahmen im Vergleich
- Innovatives Modellprojekt „Dynamisches Licht“ an Hamburger Schulen
Thesenpapiere der Mitgliedsverbände
- Entwicklung von Schulen (Städte- und Gemeindebund NRW)
- Weinheimer Erklärung (Gemeindetag Baden-Württemberg)
- Ergänzung zur Weinheimer Erklärung
- Celler Thesen (Niedersächsischer Städtetag)
- Kommunalisierung von Lehrkräften behebt keine Bildungsdefizite (Aufsatz von M.Abel, Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund)
- Stellungnahme zur Änderung der Schulstruktur (Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz)









