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Schwerpunkte

Integration und Zuwanderung

Deutschland ist ein Einwanderungsland. In einzelnen Städten und Stadtteilen haben schon heute über 50 % der Kinder einen Migrationshintergrund. Im Hinblick auf den demographischen Wandel ist Deutschland auf Zuwanderung angewiesen, um seinen Wohlstand langfristig zu sichern. Dieser gesellschaftliche Prozess ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Integration der Menschen gelingt und weiter verbessert wird. „Der Integrationsprozess gelingt oder misslingt in den Städten, Gemeinden und Kreisen und deshalb haben die Kommunen eine Schlüsselrolle. Die Aufgabe der Bundes- und der Landespolitik besteht darin, die notwendigen Rahmenbedingungen für erfolgreiche Integration weiter zu verbessern“, erklärte der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Bürgermeister Roland Schäfer, stellvertretend für die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände auf dem 5. Integrationsgipfel.

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Schlüsselfaktoren für das Gelingen der Integrationsprozesse sind Sprachkenntnisse, ausreichende Bildungsabschlüsse und Berufseinstiege. Hier gibt es nach wie vor Defizite und wir haben Nachholbedarf, erklärten die Präsidenten. So ist die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund ohne Berufsabschluss hoch. In den Kindergärten fehlen Erzieher und Erzieherinnen mit Migrationshintergrund, die besonders geeignet sind, den Kindern von Migranten den Integrationsprozess zu erleichtern. Die Kommunen haben die Integration als zentrales kommunalpolitisches Ziel erkannt und fördern mit vielfältigen Aktivitäten die Integrationsprozesse. Kommunen wollen und müssen ihre Anstrengungen weiter verstärken, das können sie aber nicht allein aus eigener Kraft. Auch die Gesamtgesellschaft ist gefordert: Bund, Länder, Wirtschaft, Kirchen, Gewerkschaften, Vereine und Migrationsorganisationen, aber auch die Migranten selbst. Gerade beim Übergang von der Schule in den Beruf muss sich die Wirtschaft noch stärker einbringen, andernfalls wird der Fachkräftemangel noch weiter steigen. Umgekehrt müssen Kommunen ihre Anstrengungen verstärken und den Migrantenanteil im öffentlichen Dienst erhöhen. Das erleichtert und fördert das gesamtgesellschaftliche Integrationsklima. 

Integration ist keine Einbahnstraße! Einerseits gilt es, bei der deutschstämmigen Bevölkerung für Akzeptanz und Mitwirkung beim Integrationsprozess werben. Umgekehrt müssen aber auch die Migranten und ihre Organisationen im Sinne eines „Förderns und Forderns“ die Prozesse positiv begleiten. Insoweit ist der Integrationsgipfel ein wichtiges Signal. Andererseits darf man sich nicht der Illusion hingeben, dass die Integration mittelfristig oder kurzfristig abgeschlossen werden kann. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund betrachtet Integration als eine dauerhafte, nachhaltige gesellschaftliche Aufgabe, mit der wir die Zukunft und den Wohlstand unserer Gesellschaft sichern wollen und müssen.

Es gibt in diesem Zusammenhang gute Handlungsempfehlungen für die Kommunen. Hinzuweisen ist hierzu auf die Empfehlungen der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände im Nationalen Aktionsplan Integration sowie auf die Ergebnisse der Forschungs-Praxisprojekte der Schader-Stiftung (siehe nebenstehende Informationen sowie unter www.integrationspotenziale.de).


© DStGB, Berlin, 07.01.2011