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DOKUMENTATIONEN

Nr. 79 - Kommunale Immobiliengeschäfte und Ausschreibungspflicht

Rechtsprechung, Praxishinweise und aktuelle Gesetzesvorhaben

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Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in drei Entscheidungen vom 13. Juni und 12. Dezember 2007 sowie Februar 2008 unter bestimmten Voraussetzungen Grundstücksveräußerungen der Kommunen sowie die anschließende Investorenauswahl der Ausschreibungspflicht unterworfen. Diese Entscheidungen haben weit über Nordrhein-Westfalen hinaus Bedeutung erlangt.

Auf der Grundlage dieser Entscheidungen ist die jahrelange Praxis der Kommunen, nach denen die mit Grundstücksveräußerungen zusammenhängenden Rechtsgeschäfte, insbesondere also städtebauliche Verträge, nicht vom Vergaberecht erfasst wurden, zumindest für Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte (5.150 Millionen Euro) rechtlich obsolet geworden.

Folge der Anwendung des Vergaberechts ist ein grundsätzlicher Strukturwandel im Bereich der Stadtentwicklung und des kooperativen Städtebaurechts. Dies betrifft gleichermaßen Kommunen wie Investoren. Städtebauliche Aufwertungsstrategien können auf der Grundlage der aktuellen OLG-Rechtsprechung nur noch durch ein Vergabeverfahren mit entsprechendem zeitlichem Vorlauf realisiert werden.

Die vorliegende Dokumentation „Kommunale Immobiliengeschäfte und Ausschreibungspflicht“ soll aus erster Hand die Rechtsprechung des OLG Düsseldorf in transparenter Form darstellen und Praxishinweise für die Kommunen geben. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt es daher ausdrücklich, dass einige der unmittelbar mit den Rechtsfragen befasste Personen als Autoren für diese Dokumentation gewonnen werden konnten. Dies sind der Vorsitzende Richter des für die drei Entscheidungen verantwortlichen Vergabesenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf, Herr Heinz-Peter Dicks, sowie die Rechtsanwaltssozietät Kapellmann und Partner, die in zwei der drei Verfahren (Stadt Wuppertal und Stadt Oer-Erkenschwick) direkt beteiligt war.

Die DStGB-Dokumentation geht neben einer Darstellung und rechtlichen Erläuterungen der drei Entscheidungen des OLG Düsseldorf durch dessen Vorsitzenden Richter, Herrn Heinz-Peter Dicks, im Weiteren insbesondere auf die praktischen Folgen dieser Rechtsprechung für die Kommunen ein und erläutert Spezialfragen wie zum Beispiel das Thema „Beihilfenrecht und Vergabe“.

Weiter werden auch aktuelle Entscheidungen von Vergabekammern in den Bundesländern und die hierin unter anderem zum Tragen kommenden rechtlichen Zweifel an der Rechtsprechung des OLG Düsseldorf angesprochen. I

n einem letzten Kapitel werden insbesondere die aktuellen Initiativen in der Gesetzgebung (GWB-Novelle mit Stand vom 3. März 2008), die aus der Rechtsprechung des OLG Düsseldorf resultieren und die zu einer klarstellenden Eingrenzung des Vergaberechts führen sollen, dargestellt.

 

Inhalt 
Vorwort des DStGB2
Vorwort der Rechtsanwälte Kapellmann und Partner

3
A.Einleitung 
 I.Rechtlicher Paradigmenwechsel bei kommunalen Immobiliengeschäften4
 II.EuGH-Urteile als maßgebliche Rechtsgrundlage4
 III.Keine Divergenzvorlage vor dem BGH5
 IV.Bundesweite Bedeutung der Entscheidungen
5
 V.Ausweitung des Vergaberechts: Kritik des DStGB5
 VI.Aktuelle Entwicklungen5
 VII.Empfehlungen des DStGB

5
B.Die Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Düsseldorf 
 I.Pro und Contra einer Ausschreibung von Investorenverträgen6
 II.Der Ahlhorn-Beschluss6
 III.Die vergaberechtlichen Grundlagen der drei Entscheidungen8
 IV.Ausnahme vom Vergaberecht

9
C.Anwendung des Vergaberechts beim Verkauf kommunaler Grundstücke 
 I.Einführung10
 II.Ausschreibungspflicht in der Spruchpraxis vor 200710
 III.Ausschreibungspflicht nach der jüngsten Rechtsprechung des EuGH und des OLG Düsseldorf11
 IV.Nicht ausschreibungspflichtige Fallkonstellationen14
 V.Ausnahmetatbestand: Ausschließlichkeitsrechte15
 VI.Verbleibende Grenzfälle16
 VII.Ausblick

17
D.Kommunen in Europa - Vertrag von Lissabon bringt kommunale Rechte in Europa 
 I.Allgemeines18
 II.Schwellenwertberechnung19
 III.Die Verfahren im Einzelnen20
 IV.Eignung22
 V.Zuschlagskriterien

22
E.Rechtsfolgen von Verstößen gegen das Vergaberecht 
 I.Allgemeines24
 II.Nichtigkeit gemäß § 13 Satz 6 VgV analog24
 III.Nichtigkeit gemäß § 138 Abs. 1 BGB25
 IV.Vertragsverletzungsverfahren25
 V.Schadensersatz26
 VI.Fazit26
F.Rechtsfolgen von Verstößen gegen das Vergaberecht 
 I.Beihilfenrecht als Risikofaktor bei Grundstücksgeschäften von Städten und Gemeinden27
 II.Verkauf im Rahmen eines bedingungsfreien Bietverfahrens27
 III.Unabhängige Begutachtung als Alternative28
 IV.Fazit28
G.Rechtspolitische und gesetzgeberische Aktivitäten 
 I.Formulierungsvorschläge des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zur Änderung des GWB und der VOB/A29
 II.Initiativen aus dem Deutschen Bundestag29
 III.Aktueller Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des GWB29
 IV.Verfahren vor der EG-Kommission31
 V.FZu erwartende weitere Entscheidungen
auf nationaler Ebene
31