DOKUMENTATIONEN
Das Vergaberecht ist aktuell umfassend novelliert worden. Dies betrifft insbesondere die vom Bundesgesetzgeber verabschiedete Modernisierung des GWB-Vergaberechts und die vom Vorstand des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschusses beschlossene Novellierung der VOB/A. Die Novellierung der VOL/A steht kurz vor dem Abschluss, während die Arbeiten zur Novellierung der VOF Ende März 2009 beginnen.
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In das neue Vergaberecht sind viele der zehn Kernforderungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes übernommen worden. Dies betrifft eine stärkere Investitionsfreundlichkeit durch eine Beschränkung des Rechtsschutzes für Unternehmen. Auch die Stärkung des Mittelstandsschutzes ist zu begrüßen. Die nicht erfolgte Ausdehnung des EU-Primärrechtsschutzes für Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte entspricht ebenfalls einer Kernforderung des DStGB. Zu diesen Forderungen gehört auch die erfolgte Neuregelung über die Kostentragung für Antragsteller bei einer Rücknahme ihres Nachprüfungsantrags. Nicht gefolgt ist der Gesetzgeber der Forderung aller drei kommunaler Spitzenverbände nach einer umfassenden Freistellung der interkommunalen Kooperationen vom Vergaberecht. Jedoch hat der Bundesrat in seiner Entschließung vom 13. Februar 2009 die Bundesregierung aufgefordert, die weiter bestehenden Rechtsunsicherheiten auf der Ebene des EU-Vergaberechts zu beseitigen und bei der nächsten GWB-Novelle die Vergaberechtsfreiheit interkommunaler Kooperationen ausdrücklich aufzunehmen. In der neuen VOB/A sind die Vorschläge des Deutschen Städte- und Gemeindebundes nach einem Wegfall der stringenten Formalisierung aufgegriffen worden. So werden zukünftig nicht automatisch Angebote ausgeschlossen, bei denen eine vom Auftraggeber abverlangte Erklärung oder ein Nachweis nicht mit dem Angebot eingereicht wurde. Weiter führt zukünftig das Fehlen einzelner und unwesentlicher Positionspreise nicht zwingend zum Ausschluss eines Angebots, wenn dieses Fehlen im konkreten Fall nicht wettbewerbsrelevant ist. Zwar sind einige Neuerungen in der VOB/A, wie zum Beispiel die nicht mehr gegebene Möglichkeit für die Auftraggeber, Sicherheitsleistungen für die Vertragserfüllung bis zu einer Summe von 250 000 Euro zu verlangen, aus kommunaler Sicht nachteilig. Dennoch sieht das Gesamtfazit der Novellierung im GWB- und im VOB/A-Bereich positiv aus. Dies gilt gerade für die Kommunen, die mit etwa 60 Prozent aller vergebenen Aufträge die größten öffentlichen Auftraggeber sind. Die vorliegende Dokumentation stellt zunächst die Novellierungen des Vergaberechts dar. Sie geht im Weiteren auf aktuelle Entwicklungen ein und endet schließlich mit einem Überblick über das Verfahren zur Vergabe kommunaler Aufträge.
Inhaltsverzeichnis
| Vorwort des Deutschen Städte- und Gemeindebundes | 4 | |||
| Vorwort der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e. V. | 5 | |||
| A. | Novellierung des Vergaberechts | |||
| I. | Bedeutung der kommunalen Auftragsvergabe | 6 | ||
| II. | Aufbau des neuen Vergaberechts | 6 | ||
| 1. | GWB-Novelle | 7 | ||
| (1) | Beschränkung des Rechtsschutzes | 7 | ||
| (2) | Neuregelung der Informations- und Wartepflicht und der Unwirksamkeit der De-facto-Vergabe | 8 | ||
| (3) | Stärkung des Mittelstandsschutzes | 9 | ||
| (4) | Zulassung zusätzlicher Anforderungen an die Auftragsausführung | 9 | ||
| (5) | Eignungsnachweise durch Präqualifikationssysteme | 10 | ||
| (6) | Begrenzung des Vergaberechts bei kommunalen Immobiliengeschäften | 10 | ||
| (7) | Zulassung elektronischer Auktionen und dynamischer elektronischer Verfahren | 11 | ||
| (8) | Kostenregelung für ANtragsteller bei Rücknahme ihres Nachprüfungsantrags | 11 | ||
| (9) | Interkommunale Zusammenarbeit und Vergaberechtspflicht | 11 | ||
| 2. | Novellierung der VOB/A | 12 | ||
| (1) | Beibehaltung des "Schubladenprinzips" | 12 | ||
| (2) | Reduzierung der Paragrafen | 12 | ||
| (3) | Orientierung am chronologischen Verfahrensablauf | 12 | ||
| (4) | Geänderte Untergliederung | 12 | ||
| (5) | Wertgrenzen für Beschränkte und Freihändige Vergaben | 12 | ||
| (6) | Exkurs: Durchführung beschleunigter Vergaben im Rahmen des Konjunkturpaketes II | 12 | ||
| (7) | Weitere Änderungen durch die neue VOB/A | 13 | ||
| 3. | Neufassung der VOL/A | 14 | ||
| B. | Grundlagen und aktuelle Entwicklungen im Vergaberecht | |||
| I. | Anwendung des Vergaberechts | 15 | ||
| II. | Notwendige Abgrenzung von VOB, VOL und VOF | 16 | ||
| III. | Von der VOB erfasste Leistungen | 16 | ||
| 1. | Der Bauleistungsbegriff des § 1 VOB/A | 16 | ||
| 2. | Der erweiterte EU-Bauleistungs- und Baukonzessionsbegriff | 16 | ||
| 3. | Ausschreibungspflicht kommunaler Immobiliengeschäfte | 16 | ||
| (1) | Die Rechtsprechung dees Oberlandesgerichts Düsseldorf | 16 | ||
| (2) | EU-Kommission: Keine Ausschreibungspflicht ohne Bauverpflichtung | 17 | ||
| (3) | EuGH-Vorlage durch das OLG Düsseldorf | 17 | ||
| (4) | Rat: Freiwillig auch weiterhin Vergaberecht anwenden | 17 | ||
| (5) | Richtige Vergabeart: Verhandlungsverfahren oder Wettbewerblicher Dialog | 18 | ||
| (6) | Ausschreibungsfreie Sachverhalte | 18 | ||
| IV. | Von der VOL erfasste Leistungen | 18 | ||
| V. | Von der VOF erfasste Leistungen | 18 | ||
| VI. | Gemischte Leistungen: Anwendung der Schwerpunkte | 19 | ||
| VII. | Auftraggeber i. S. d. Vergaberechts | 19 | ||
| 1. | Auftraggeber bei Auftragsvergaben unterhalb der EU-Schwellenwerte | 19 | ||
| 2. | Auftraggeber bei Auftragsvergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte | 19 | ||
| VIII. | Berechnung der EU-Schwellenwerte | 20 | ||
| 1. | Schwellenwertberechnung bei Bauvergaben | 20 | ||
| 2. | Schwellenwertberechnung bei Liefer- und Dienstleistungsaufträgen | 20 | ||
| IX. | Keine Ausschreibungspflicht bei In-House-Vergaben | 20 | ||
| 1. | Vergaberechtsfreiheit bei In-House-Geschäften | 20 | ||
| 2. | Vergaberechtsfreiheit bei privater Minderheitsbeteiligung | 21 | ||
| (1) | Hintergrund | 21 | ||
| (2) | Ausschreibungspflicht bei privater Minderheitsbeteiligung | 21 | ||
| (3) | Klarstellung | 21 | ||
| X. | Vergaberecht und interkommunlae Zusammenarbeit | 21 | ||
| 1. | Generelle Vergaberechtsfreiheit interkommunaler Kooperationen EU-rechtswidrig | 21 | ||
| 2. | Bestätigung durch die nationale Rechtsprechung | 22 | ||
| 3. | Vergaberechtsfreiheit institutioneller Zusammenschlüsse | 22 | ||
| C. | Das Verfahren zur Vergabe kommunaler Aufträge | |||
| I. | Grundleitlinien des Vergabeverfahrens | 23 | ||
| 1. | Wettbewerb, Transparenz und Gleichbehandlung | 23 | ||
| 2. | Mittelstandsförderung: Grundsatz der losweisen Vergabe | 23 | ||
| II. | Vorbereitung des Vergabeverfahrens | |||
| 1. | Ausschreibungsreife | 23 | ||
| 2. | Zusammenstellung der Vergabeunterlagen | 24 | ||
| 3. | Beachtung des Vorrangs der Öffentlichen Ausschreibung | 24 | ||
| 4. | Leistungsbeschreibung | 27 | ||
| 5. | Eignungskriterien | 28 | ||
| III. | Durchführung des Vergabeverfahrens | 28 | ||
| 1. | Bekanntmachung | 28 | ||
| 2. | Abgabe der Angebote | 28 | ||
| 3. | Eröffnungstermin und Öffnungstermin | 29 | ||
| 4. | Prüfung der Angebote | 29 | ||
| 5. | Wertung der Angebote | 29 | ||
| (1) | Ausschluss von Angeboten | 30 | ||
| (2) | Eignungsprüfung (§ 16 Abs. 2 VOB/A-neu) | 32 | ||
| (3) | Angebotsausschluss wegen unangemessener Preise (§ 16 Abs. 6 Nr. 1 und 2 VOB/A-neu) | 32 | ||
| (4) | Beauftragung des wirtschaftlichsten Angebots (§ 16 Abs. 6 Nr. 3 VOB/A-neu) | 32 | ||
| 6. | Nicht berücksichtigte Bewerbungen und Angebote | 32 | ||
| 7. | Zuschlag | 33 | ||
| 8. | Aufhebung der Ausschreibung | 33 | ||
| 9. | Informationspflicht | 33 | ||
| 10. | Dokumentation | 33 | ||
| IV. | Schadenersatz | 34 | ||
| D. | Fazit | 34 | ||


