SCHWERPUNKTE
90 Teilnehmer und Teilnehmerinnen kamen auf Einladung der Schader-Stiftung zum Auftaktworkshop des Forschungs- Praxis-Projekts „Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“ am 28./29. Mai 2009 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF). Die Veranstaltung markierte den Start des Projektes, das die Schader-Stiftung in Kooperation mit dem BAMF, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag durchführt.
Eingeladen waren insbesondere die Akteure aus den teilnehmenden Städten und Landkreisen aber auch weitere Interessierte aus Wissenschaft und Praxis. Insgesamt hatten sich 24 Landkreise und 52 Städte zur Teilnahme an dem Projekt beworben. Die Schader- Stiftung beabsichtigt, im weiteren Projektverlauf auch diejenigen Landkreise und Städte einzubinden, die nicht für den engeren Projektteilnehmerkreis ausgewählt wurden.
Bei der Vorstellung der teilnehmenden Städte und Landkreise wurden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Ausgangssituationen in den Regionen deutlich. Während der Landkreis Emsland die Probleme mit den niederländischen Grenzgängern hervorhebt, die in großer Anzahl Wohnimmobilien in der strukturschwachen Region erwerben aber weiterhin in den Niederlanden arbeiten und sozial eingebunden sind, beklagen die Landkreise Jerichower Land, Sachsen-Anhalt und der Vogtlandkreis, Sachsen die Probleme der Abwanderung und der Aufrechterhaltung der Infrastrukturangebote für die vergleichsweise geringe Anzahl von Zuwanderern. Die in den Ballungsregionen München und Rhein-Main gelegenen Landkreise Offenbach und München sehen die soziale Spaltung als größte Herausforderung. Der Landkreis Coburg ist mit seiner Lage im Grenzraum zu Thüringen ebenfalls stark von Abwanderung und Schrumpfung betroffen, während der Hochsauerlandkreis als ehemalige Bergbauregion mit langer Zuwanderertradition mittlerweile vom Tourismus profitiert und der Landkreis Ravensburg im Allgäu eine gute wirtschaftliche Basis hat, an der auch die Zuwanderer teilhaben.
Allen gemeinsam ist der Wunsch und damit die Erwartung an das Projekt, die eigenen Aktivitäten im Bereich Integration im Austausch mit anderen zu qualifizieren und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels den Stellenwert der Integration in den Städten und Landkreisen zu erhöhen und die Zuwanderung als Potenzial für die Zukunft der ländlichen Regionen zu betrachten.
Bezüglich der Zuwanderer in den ländlichen Regionen fehlt bisher eine bundesweit vergleichende Analyse der Integrationsprozesse, die günstige und ungünstige Bedingungen benennt. In manchen Gebieten besteht eine hohe Fluktuation. Sobald der Aufenthaltstatus gesichert ist, wandern viele Zuwanderer in Gebiete mit größerer Wirtschaftskraft und Arbeitsplatzangebot ab.
Mit diesem über drei Jahre laufenden Projekt (2009- 2011) wird zum ersten Mal die Situation von Migranten und Migrantinnen in den kleineren Städten der ländlich geprägten Räume bundesweit vergleichend untersucht. In den zwölf ausgewählten Klein- und Mittelstädten aus acht Landkreisen sollen in einem diskursiven und aktivierenden Verfahren exemplarisch die Bedingungen für Integration in den Kommunen des ländlich geprägten Raums analysiert und die jeweiligen Potenziale für die Integration von Zuwanderern ermittelt werden.
Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Integrationsfonds und der Projektförderung des BAMF gefördert. Projektträger und -koordinator ist die Schader-Stiftung. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Landkreistag, die beide in dem diesbezüglichen Lenkungskreis mitarbeiten, unterstützen das Projekt vor allem ideell. Die Forschungsarbeiten werden vom ILS Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung IRS in Erkner bei Berlin durchgeführt. Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister des Innern und Frau Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, haben die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.
Informationen zum Projekt erhalten Sie auf Website www.integrationspotenziale.de und unter www.schader-stiftung.de.


