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SCHWERPUNKTE

Beteiligung am Forschungsvorhaben „Integrationspotenziale in peripheren Klein- und Mittelstädten“

Die Schader-Stiftung wird ein Forschungsvorhaben zu dem Thema „Integrationspotenziale in peripheren Klein- und Mittelstädten“ durchführen. Das Projekt ist ein Kooperationsvorhaben der Stiftung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Deutschen Landkreistag.

Ziel des Projektes ist die Analyse der Bedingungen für Integration in Klein- und Mittelstädten sowie in den Landkreisen der peripher gelegenen ländlichen Räume und die Ermittlung der jeweiligen Potenziale für die Integration von Zuwanderern. Das Projekt will von den Erfahrungen der kommunalen Akteure profitieren. Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Integration der unterschiedlichen Zuwanderergruppen und zur Stärkung des Zusammenlebens zwischen Einheimischen und Zuwanderern für die spezifische Situation in ländlichen Räumen erarbeitet werden. Für interessierte Klein- und Mittelstädte besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit ausgewählten Kommunen an diesem Forschungsvorhaben teilzunehmen. Entsprechende Interessenbekundungen müssten der Hauptgeschäftsstelle bis zum 01.04.2009 vorliegen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird aus Mitteln des europäischen Integrationsfonds und des BAMF gefördert. Gemäß den Zielsetzungen des europäischen Integrationsfonds fokussiert das Projekt insbesondere die Integration der Zuwanderer aus Drittstaaten. Dazu gehören nicht zuletzt auch die Aussiedler. Die Federführung, Koordination und Projektsteuerung liegen bei der Schader-Stiftung.

Folgende Fragestellungen sollen im Einzelnen untersucht werden:

  • Wie gestaltet sich die Integration in den ländlichen Räumen (Teilhabe der Zuwanderer an Bildung, Erwerbsarbeit, gesellschaftlichem Leben)? Sind besondere Problemkonstellationen und Handlungsfelder erkennbar? Ein besonderes Augenmerk soll hier auf die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Bildungsangeboten und auf ihre Bildungserfolge und Zukunftsperspektiven gerichtet sein. Darüber hinaus ist die Situation von ausländischen Frauen gesondert zu betrachten, da sie aufgrund ihrer geringeren beruflichen Einbindung und starken familiären Vernetzung die größten Integrationsdefizite aufweisen. Bezogen auf die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an Bildung haben die Frauen zudem eine Schlüsselfunktion; sie sind diejenigen, die aufgrund ihrer Rolle die Partizipation an Bildung entweder hemmen oder fördern können.


  • Ist die Ansiedlung dauerhaft? Wie sehen die Entwicklungstendenzen aus? Ist eine Zunahme oder eine Abnahme (relativ und absolut) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Untersuchungsstädten feststellbar?


  • Wie gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zuwanderern in peripheren ländlichen Räumen?


  • Wie kann die Aufnahmegesellschaft für den Integrationsprozess sensibilisiert werden? Wo liegen die dafür notwendigen Ressourcen, wer sind die wichtigsten Multiplikatoren?


  • Wie ist das Verhältnis der Zuwanderergruppen untereinander? Sind räumliche Abgrenzungen zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen erkennbar? Gibt es, den Großstädten vergleichbar, räumliche Konzentrationsgebiete?


  • Sind in Abhängigkeit von der Größe der Kommune und ihrer regionalen Einbettung Unterschiede erkennbar?


  • Wie sind die Integrationsangebote in den ländlichen Gebieten organisiert, wie werden sie angenommen, sind besondere Anforderungen erkennbar? Gibt es regionale Unterschiede?


  • Welche integrationspolitischen Maßnahmen und Handlungskonzepte werden von den Kommunen verfolgt? Wie ist der Erfolg dieser Maßnahmen zu bewerten?


  • Wo sehen die Kommunen den wichtigsten Handlungsbedarf?


  • Wie stellen sich die Unterschiede zwischen ostdeutschen und westdeutschen Kommunen dar?

Einbeziehung von Klein- und Mittelstädten sowie von Landkreisen
In das Forschungsvorhaben soll eine Auswahl von Landkreisen sowie von Klein- und Mittelstädten aus den jeweiligen Landkreisen eingebunden werden, die als Fallbeispiele ländlich geprägte Regionen in Deutschland repräsentieren. Die Auswahl soll dazu führen, dass jeweils eine kleine Gemeinde und eine Mittelstadt aus dem Gebiet eines beteiligten Landkreises in dem Projekt mitarbeiten. Geplant ist der Aufbau eines Netzwerks ausgewählter Landkreise, Städte und Gemeinden, das über den Zeitraum des Vorhabens der Reflexion der Situation des Zusammenlebens zwischen Einheimischen und Zugewanderten in den Kommunen, der kommunalen Angebotspolitik, dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion zukünftiger Entwicklungstendenzen sowie der Ermittlung von Handlungserfordernissen dient.

Es ist beabsichtigt, dass insgesamt vier Landkreise in ländlichen Regionen mit jeweils zwei kreisangehörigen Städten oder Gemeinden in den alten Bundesländern und zwei Landkreise mit jeweils einer kreisangehörigen Stadt oder Gemeinde in den neuen Bundesländern in die Untersuchung einbezogen werden. Darüber hinaus sollen zwei Landkreise aus Ballungsregionen mit jeweils einer kreisangehörigen Stadt oder Gemeinde als Referenzgebiet für eine vergleichende Betrachtung integriert werden.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Um ein Gelingen des Forschungsvorhabens zu gewährleisten, ist es für die Teilnahme erforderlich, dass die jeweiligen Kommunen bereit sind, sich über den gesamten Zeitraum, also von Mai 2009 bis November 2011, an der Umsetzung des Projektes zu beteiligen. Dazu gehört auch die Teilnahme an vier Netzwerktreffen sowie einer Auftaktveranstaltung, einer Fachtagung und einer Abschlusskonferenz. Darüber hinaus muss ganz allgemein die Bereitschaft bestehen, Integration aktiv zu fördern und Maßnahmen und Projekte auf den Weg zu bringen.

Interessensbekundungen von kreisangehörigen Städten oder Gemeinden, die gemeinsam mit ihren Landkreisen an diesem Forschungsvorhaben teilnehmen wollen, müssten der Hauptgeschäftsstelle (z.B. per Mail an ulrich.mohn@dstgb.de) bis zum 01.04.2009 vorliegen.