SCHWERPUNKTE
Der Indikatorenbericht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, informiert über den Stand der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf der Basis von Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2007. Er wurde Mitte Juni 2009 vorgestellt. Ausgangsbasis des Berichts ist ein Set von 100 Integrationsindikatoren aus 14 Themenfeldern. Dazu gehören die Bereiche Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, soziale Integration und Einkommen, gesellschaftliche Integration, Wohnen, Gesundheit, Mediennutzung und Kriminalität.
Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Migrantinnen und Migranten noch lange nicht erreicht ist. Migranten sind vom Armutsrisiko überdurchschnittlich betroffen. Die Arbeitslosenquote von Ausländern betrug 2007 20,3 % und war damit etwa doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Gravierende Unterschiede werden vor allem auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ersichtlich. Jugendliche aus Zuwandererfamilien haben es nach wie vor schwerer als gleichaltrige Einheimische, einen Ausbildungsplatz zu finden. Dennoch sind im Bildungsbereich Fortschritte zu verzeichnen. So geht die Zahl der ausländischen Schulabbrecher seit 2005 stetig zurück. Deren Schulabbrecheranteil ist mit 16 % im Vergleich zur Gesamtbevölkerung allerdings immer noch doppelt so hoch. Zwar verbessern sich teilweise die Bildungserfolge der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sie stehen aber nach wie vor deutlich schlechter dar als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Der 222 Seiten starke Indikatorenbericht untersucht die Lage der Menschen mit Migrationshintergrund: Mit rund 15,3 Millionen Menschen weist etwa ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund auf. Dazu zählen sowohl zugewanderte Personen (erste Generation) als auch hier zu Lande Geborene, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist (zweite Generation).
Der Bericht ist in drei Teile gegliedert:
• Der erste Teil stellt in 12 Kapiteln ausgewertete Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2007 zu Integrationsindikatoren aus 14 Themenfeldern dar.
• Der zweite Teil umfasst weiterführende statistische Analysen zu einzelnen Schwerpunktthemen: Bildung, Ausbildung, Arbeitsmarkt, Armut, gesellschaftliches Engagement und Gesundheit. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, hob bei der Vorstellung des Berichts einige positive Ergebnisse hervor: Wer in Deutschland als Kind von Einwanderern geboren wurde, schafft zum Beispiel im Vergleich zur Gesamtbevölkerung noch häufiger den Schulabschluss. Bei hier geborenen Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Alter von 18 bis 24 Jahren liegt der Anteil von Schülern ohne Schulabschluss bei 2,2 Prozent. Bei der gleichaltrigen Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil 2,3 Prozent.
• Im dritten Teil wird eine Bewertung der Indikatoren unter dem Aspekt der Validität und Eignung zur Integrationsmessung vorgenommen. Unter Berücksichtigung der jeweils verfügbaren Datenlage bzw. ggf. möglicher Änderungen bei der Datenerfassung wird eine Weiterentwicklung des Sets der Integrationsindikatoren empfohlen. Hierzu schlägt der Bericht eine Reihe von Bündelungen und Reduzierungen vor, in einigen Punkten aber auch Modifizierungen und Erweiterungen, die wiederum mit der Entwicklung der verfügbaren Daten (z.B. nach dem geplanten Zensus 2011) bzw. ggf. möglicher Änderungen bei der Datenerfassung korrespondieren.
Der 222seitige Integrationsindikatorenbericht ist abrufbar auf der Seite www.integrationsbeauftragte.de und steht auch als Bundestags-Drucksache 16/13300 zum Download zur Verfügung.


