SCHWERPUNKTE
Das Internet nimmt im täglichen Leben eine immer bedeutendere Rolle ein. Spätestens mit der zweiten Generation des Internet, dem sogenannten Web 2.0, steigen auch die Anforderungen an die Leistungskapazität der Internetanbindung in Privathaushalten und der mittelständischen Wirtschaft. Die Versorgung mit einer leistungsfähigen Breitband-Anbindung ist für Städte und Gemeinden im 21. Jahrhundert so bedeutend wie die Anbindung an eine zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur wie etwa Schiene oder Straße in den vorangegangen Jahrhunderten.
Die Bürgerinnen und Bürger empfinden heute einen Breitband-Internetzugang ähnlich wie einen Wasser-, Strom oder Telefonanschluss als einen Bestandteil der grundlegenden Versorgung ihres Gebäudes. Unter Breitband wird momentan ein Anschluss mit mindestens einem Mbit/s Downloadgeschwindigkeit verstanden. Allerdings wird auch die vor dem Hintergrund der technischen Neuerungen zukünftig nicht ausreichen. Eine ebenso bedeutende Rolle spielt ein leistungsstarker Zugang zum weltweiten Datennetz für die lokale und regionale Wirtschaft. Die Versorgung mit einem Breitband-Internetzugang hat sich demnach zu einem wesentlichen Standortfaktor für Städte und Gemeinden entwickelt.
Politik und Wirtschaft sind sich darin einig, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland entscheidend vom schnellen Auf- und Ausbau der Breitband-Technologie abhängt. Ein Gefälle in der Kommunikationsinfrastruktur zwischen den in aller Regel gut ausgebauten Ballungsräumen und den bisher teilweise unterversorgten ländlichen Regionen ist aus der Sicht des Deutschen Städte- und Gemeindebundes gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel. Nur mit ausreichender Anbindung an das schnelle Internet sind mittelständische Unternehmen und Betriebe international wettbewerbsfähig und die nur unter diesen Voraussetzungen können Bürgerinnen und Bürger an der Informations- und Wissensgesellschaft teilnehmen. Die Versorgung mit Breitband ist also eine gesellschaftspolitische Querschnittsaufgabe und hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschafts-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Dennoch sind auch im Jahr 2008 noch bis zu 800 Städte und Gemeinden mit rund 2200 Ortschaften nicht an eine entsprechende Kommunikationsinfrastruktur angeschlossen. Annähernd 3 Millionen Haushalte mit rund 5 Millionen Menschen sind unterversorgt.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und seine Mitgliedsverbände setzen sich seit geraumer Zeit für eine Verbesserung der Breitband-Versorgung für den ländlichen Raum ein und fordern gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft, um die „weißen Flecken“ auf der Breitband-Landkarte zu schließen. Im Mai 2008 hat der DStGB in Kooperation mit der Deutschen Telekom AG das Projekt „Mehr Breitband für Deutschland“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative werden den betroffenen Kommunen Informationen über Fördermöglichkeiten, Kooperationsmodelle und neue technische Lösungen zur Verfügung gestellt. Außerdem veranstaltet der DStGB im Rahmen dieses Projektes in ausgewählten Landkreisen regionale Workshops zum Thema Breitband und informiert auf diese Weise Bürgermeister und Wirtschaftsförderer aus betroffenen Städten und Gemeinden über Möglichkeiten der Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen.
In vorliegenden Schwerpunkt stellt der DStGB aktuelle Meldungen zum Thema Breitbandversorgung zur Verfügung und informiert über gelungene Praxisbeispiele und die verschiedenen Förderprogramme. Außerdem werden an dieser Stelle die einschlägigen DStGB-Dokumentationen zum Download bereitgestellt und es wird über eine umfangreiche Linksammlung die Möglichkeit gegeben, einzelne Aspekte weiter zu vertiefen. Mehr Informationen, unter anderem zu Kooperationsmöglichkeiten für Kommunen, finden sich im Breitband-Special auf den Seiten der Deutschen Telekom.
AKTUELLES
- 7. Breitband-Newsletter (PDF-Dokument)
- 6. Breitband-Newsletter
- „Appetit kommt beim Essen“ – Zum geplanten Aufbau eines Glasfasernetzes in Barmstedt
- "Die Glasfasertechnologie würde uns einen wesentlichen Standortvorteil verschaffen"
- Gefälle zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen bei der Breitbandversorgung nicht hinnehmbar
MATERIALIEN
- Leitfaden: Möglichkeiten der Breitbandförderung (PDF-Dokument)
- Expertise von Professor Christian Kirchner zu den Eckpunkten der Bundesnetzagentur zum Breitbandausbau (PDF-Dokument)
- Kurzfassung der Expertise von Professor Christian Kirchner zu den Eckpunkten der Bundesnetzagentur zum Breitbandausbau (PDF-Dokument)
