Corona-Folgen

DStGB warnt vor immer neuen Wunschkonzerten in der Pandemie

Der DStGB warnt vor der zunehmenden Inflation von Wünschen und Forderungen verschiedener Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Es vergeht derzeit kein Tag, an dem nicht bestimmte Gruppen und Organisationen neue Forderungen stellen, die aus ihrer jeweiligen Sicht ganz besonders wichtig sind. Alle Gruppen, die im Lockdown Nachteile erleiden, fordern immer mehr und bessere Leistungen, ohne dass die Leistungsfähigkeit des Staates und der spätere Ausgleich auch nur erwähnt werden. Der Kinderbonus von 150 Euro oder der entsprechende Betrag für HartzIV Empfänger ist dann natürlich zu wenig. Die Bereitstellung von FFP2-Masken soll für alle und auf Dauer kostenlos sein. Außerdem wird beklagt, dass die massiven Hilfen für die Wirtschaft natürlich zu langsam fließen und zu wenig sind.

Der Staat soll alles und überall ausgleichen, obwohl alle wissen, dass das leider nicht funktionieren kann. Das setzt sich bei der Impfstrategie fort. Die Produktionskapazitäten sind leider weltweit begrenzt. Gleichwohl vergeht kein Tag, an dem nicht eine Gruppe, immer von bestimmten Organisationen unterstützt, eine bevorzugte Impfung verlangt. Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Angehörige sonstiger systemrelevanter Gruppen. Dabei wissen alle, dass es noch dauern wird, bis ausreichend Impfstoffe bereitstehen.

Anstatt die Zukunft zu gestalten, liegt der Schwerpunkt derzeit vielfach bei der Suche nach Fehlern in der Vergangenheit. Damit werden immer mehr Menschen verunsichert und die notwendige Solidarität in der Pandemiebekämpfung gefährdet. Wir brauchen gerade jetzt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in eine gute und belastbare Zukunftsstrategie. Dabei sollte auch kommuniziert werden, dass nicht alles, was wünschenswert ist, auch realisierbar sein wird. Wir brauchen kein Wunschkonzert, sondern gemeinsame Solidarität. Sachliche Kritik ist zwar richtig, zukunftsweisende Perspektiven sind allerdings in der derzeitigen Situation noch bedeutsamer.

(Statement von DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg)

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