Freiburg ist „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010

Im Rahmen einer Feierstunde in Berlin betonte der Klimaforscher und Schirmherr des Wettbewerbs, Prof. Dr. Mojib Latif, die Bedeutung der Kommunen für den Klimaschutz: „Gerade in Anbetracht des enttäuschenden Verlaufs der Kopenhagener Weltklimakonferenz Ende 2009 kann die zukünftige Rolle der Kommunen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele Kommunen investieren bereits heute in wirksame Klimaschutzmaßnahmen und geben damit die Richtung vor. Für ihre Bürgerinnen und Bürger und für die große Politik.“ Unter den insgesamt 73 Kommunen, die sich um den Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ bewarben, hat Freiburg in der Gesamtschau aller Handlungsfelder, die für den kommunalen Klimaschutz relevant sind, die Nase vorn. Besonders stechen jedoch Freiburgs Bemühungen hervor, Klimaschutz in der Siedlungsplanung zu verankern.

Das Bundesland Baden-Württemberg dominierte den Wettbewerb in der Teilnehmerklasse bis 100.000 Einwohner. Hier siegte die Stadt Esslingen vor dem benachbarten Ludwigsburg. Den dritten Platz belegen gemeinsam Ganderkesee aus Niedersachsen und Norderstedt als Vertreter Schleswig-Holsteins. „Gerade die Mittelstädte können im Verbund mit ihren Stadtwerken den Klimaschutz zum wesentlichen Baustein der weiteren Stadtentwicklung machen. Wie der Wettbewerb zeigt, werden die Möglichkeiten in diesen Städten mittlerweile erkannt und ergriffen.“, kommentierte Thomas Pyhel, stellvertretender Leiter der Abteilung Umweltkommunikation der DBU.

Ratekau darf sich über den Sieg in der Teilnehmerklasse bis 20.000 Einwohner freuen. Die Gemeinde aus Schleswig-Holstein hat in diesem Jahr den langjährigen Gewinner Wettenberg aus Hessen – im letzten Jahr noch Bundessieger im Wettbewerb „Klimaschutzkommune 2009“ für kleinere Kommunen – auf den zweiten Platz verwiesen. Bemerkenswert für eine kleine Kommune wie Ratekau ist, dass die Gemeinde auch im Bereich der effizienten Informationstechnologie aktiv geworden ist. Hier haben viele andere Kommunen in sämtlichen Teilnehmerklassen noch Nachholbedarf. Dritter in dieser Teilnehmerklasse wurde die Stadt Prenzlau im Nordosten Brandenburgs. „Die Kleinen machen vor, wie es gelingen kann, nachhaltig zu wirtschaften und den Ausstoß von Treibhausgasen dabei zu vermindern. Sie können dieses Ziel aufgrund überschaubarer Größe schneller erreichen als die Großstädte. Diese Chance sollte noch häufiger genutzt werden“, regte Alexander Geißels als Beirat der Klimaschutz-Initiative CO2NTRA an.

Gezielt hat die DUH in ihrem diesjährigen Kommunalwettbewerb den Bereich „Green IT“ - also die effiziente Nutzung von Informationstechnologie - in den Fragekatalog aufgenommen. Der damit zusammenhängende Energieverbrauch wird oft unterschätzt. Zudem haben sich bis jetzt nur wenige Kommunen umfassend mit möglichen Energieeinsparungen bei den IT-Anwendungen auseinandergesetzt. Das belegen auch die Ergebnisse des Wettbewerbs. Sonderpreise für zukunftsweisende kommunale Green-IT-Projekte konnten die Städte Leipzig und Hannover sowie Nordhausen in Thüringen gewinnen. Leipzig hat beim Bau eines neuen Rechenzentrums die Energieeffizienz zum zentralen Kriterium der Umsetzung gemacht. Hannover nimmt sich des Themas besonders an den Schulen an und demonstriert vorbildlich, wie sich sinnvolle technische Lösungen in Abstimmung mit Lehrerkollegien umsetzen lassen. Nordhausen zeichnet sich durch ein sehr durchdachtes Konzept bei der Umstellung eines Rechenzentrums aus, das aufgrund der schrittweisen Umsetzung zum Vorbild für andere Kommunen werden kann.

Für Rückfragen:

Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz, Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell. Tel.: 07732 9995 -30, Mobil: 0151 55016959,
Fax: 07732 9995 -77, spreter@duh.de.

Ulrike Fokken, Sprecherin Politik und Presse, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin; Tel.: 030 24 00 867-86, Mobil: 0151 – 550 170 09, Fax: 030 2400867-19, E-Mail: fokken@duh.de.