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Klifo

05.12.2017
Was brauchen Kommunen für die Anpassung an den Klimawandel?

Sturm und Regen sowie die erst kürzlich zu Ende gegangene Weltklimakonferenz COP23 lenken die Aufmerksamkeit auf die in der Fachwelt bereits bekannte Tatsache: auch in Deutschland ist der Klimawandel angekommen. Tatsächlich steigt die allgemeine Handlungsbereitschaft oft erst, wenn der eigene Keller und die eigenen Straßen überflutet sind. Müssen die Gemeinden und Städte mehr unternehmen, um ihre Bürgerinnen und Bürger stärker vor den Folgen des Klimawandels zu schützen?

Am Donnerstag, 30.11.2017, diskutierten in Hannover mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Räten, Verwaltung und Verbänden, was nächste Schritte vor Ort sein können. Für den DStGB nahm der Referatsleiter Städtebau und Umwelt, Herr Bernd Düsterdiek, an der Veranstaltung teil. „Klimawandel wirkt in unseren Kommunen – was müssen wir tun?“ war Titel der Abschlussveranstaltung eines Vorhabens der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. In einer Reihe von Seminaren hatte die U.A.N. im Projekt KliFo kommunal in niedersächsischen Städten und Gemeinden Ratsmitglieder zum Thema Klimawandel und Klimafolgenanpassung geschult. Ergebnisse und Erfahrungen aus den Schulungen wurden auf der Abschlussveranstaltung vorgestellt. Daneben erfolgte auch die Übergabe der im Projekt entwickelten, übertragbaren KliFo-Schulungsunterlagen an den Deutschen Städte und Gemeindebund.

Neben Beiträgen aus Hambergen und Düsseldorf, zwei Kommunen, die sich bereits an den Klimawandel anpassen, diskutierte das Publikum mit einem Podium von ExpertInnen aus den Umweltministerien auf Bundes- und Landesebene, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes die Frage „Wie können wir unsere Kommunen an den Klimawandel anpassen?“. Informationsangebote zu Fördermitteln und anderen Anpassungsprojekten rundeten die Veranstaltung in Hannover ab. Die Diskussion zeigte: Die Anpassung an den Klimawandel braucht sowohl politische Führung als auch die Stärkung der Eigenvorsorge bei den Bürgerinnen und Bürgern. Das Publikum sah einen großen Bedarf darin, Kommunen – gerade kleine Gemeinden im ländlichen Raum - zu unterstützen, um die lokalen Gefährdungspunkte zu identifizieren und auch Fördermittel für Maßnahmen zu beantragen. Denn jede Kommune muss an ihre lokalen Gegebenheiten angepasste Lösungen finden und Vorsorge treffen. Der Klimawandel verlangt eine grundsätzliche Änderung der Planung: Der Blick in die Vergangenheit kann nicht mehr die Daten für eine sichere Infrastruktur bieten, wenn Starkregen oder Trockenheit immer extremer werden. Das Wasser muss außerhalb der Siedlungen zurückgehalten werden, um Schaden zu vermeiden. Gleichzeitig muss das Bewusstsein geschärft werden, dass die klassische Entwässerung und Ableitung von Starkregen nicht reichen wird: die Katastrophenvorsorge muss gestärkt werden, um auch im Extremfall schnell reagieren zu können. Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Anpassung an den Klimawandel ist aus Sicht der Veranstaltung Kommunikation. Die Bildung von Netzwerken, um voneinander zu lernen, wird empfohlen. Verwaltungsinterne und –externe Akteure müssen enger zusammenarbeiten und persönlich angesprochen werden. Das gilt auch insbesondere für die Landwirtschaft. Bisher steht die frühzeitige und bilaterale Absprache mit den Flächennutzerinnen und Flächennutzern vor der erfolgreichen Umsetzung von lokal angepassten Maßnahmen – gerade wenn es um die Steuerung des Abflusses von der Fläche oder den Rückhalt von Regenwasser geht.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Herrn Düsterdiek als Vertreter des DStGB die KliFo- Schulungsunterlagen übergeben, um den Auftakt für weitere Schulungen außerhalb Niedersachsens zu symbolisieren. In den nächsten Monaten werden die ersten Schulungen bundesweit angeboten. Darüber hinaus nimmt die U.A.N. die Schulungen für Ratsmitglieder als einen festen Bestandteil ihres Angebots für Niedersachsen auf.