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Mobilität

2019-04-11
Adfc-Fahrradklimatest sieht kleine und mittlere kommunen vorne
© Michelangelo Oprandi; - Fotolia.com

Die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Befragung von Radfahrenden aus 683 Städten und Gemeinden ergibt insgesamt eine leicht sinkende Zufriedenheit mit den Radverkehrsbedingungen in Deutschland. Bremen, Karlsruhe, Göttingen, Bocholt, Baunatal und Reken wurden in ihren jeweiligen Größenklassen als fahrradfreundlichste Städte und Gemeinden ausgezeichnet. Im Gesamtbild schneiden gerade die kleineren Gemeinden und mittelgroßen Städte besser ab als die Großstädte.

Die beste Entwicklung in jüngster Zeit wurde Berlin, Wiesbaden, Offenbach am Main, Konstanz, Emmendingen und Oschatz im Rahmen der Kategorie „Aufholer“ attestiert. Eine Sonderauszeichnung für das familienfreundlichste Fahrradklima erhielt die Gemeinde Wettringen. Im Rahmen der Befragung gaben 81% der Radfahrenden an, dass sie eine Trennung des Radverkehrs vom Autoverkehr als wichtig oder sehr wichtig betrachten. Bundesweit bemängelt wurden insbesondere eine unzureichende Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen, die Verkehrsführung an Baustellen und eine unzureichende Breite an Radwegen für problemloses Überholen. Positiv wurde bspw. die Erreichbarkeit von Stadtzentren mit dem Fahrrad bewertet.

Beim Fahrradklima-Test 2018 handelt sich um eine nicht repräsentative Umfrage, da insbesondere Intensivnutzer befragt wurden. Dennoch gibt die Studie, an der 170.000 Personen teilnahmen, wichtige Hinweise darüber, welche Verbesserungen sich die Menschen für den Radverkehr in ihrer Kommune wünschen. Die Unterteilung in sechs Größenklassen ermöglicht eine Einordnung von Kommunen unter vergleichbaren Rahmenbedingungen. Ein Umsteuern in der Radverkehrspolitik wie in Berlin und Wiesbaden wird von den Radfahrenden honoriert und spiegelt sich in einer verbesserten Position der Städte im jeweiligen Ranking wider.

Eine wesentliche Botschaft der prämierten Städte ist, dass Radfahren als positives Erlebnis und schnelles Fortbewegungsmittel wahrgenommen werden muss. Als weiteres Erfolgsmodell gilt die Implementierung eines Radverkehrsbeauftragten. Die Umkehrung der Politik der autogerechten (Innen-)Stadt zu einer fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt ist eine Kernforderung des Deutschen Städte- und Gemeindebund und muss neben dem ÖPNV-Ausbau endlich in breiter Form vollzogen werden. Ziel muss die emissionsarme bzw. emissionsfreie Abwicklung der wachsenden Mobilität in unseren Städten und Gemeinden sein.