aktuelles

Neuordnung

2019-01-17
Deutschland neu ordnen!
© vege - Fotolia.com

Eine Neugestaltung des Verhältnisses von Stadt und Land ist der Schlüssel, um Deutschland wieder attraktiver zu machen! Überfüllte Räume und Metropolregionen können dadurch entzerrt und gleichzeitig erneuert werden. Dadurch werden die Grundvoraussetzungen geschaffen, um Deutschland an den demografischen Wandel anzupassen.

Die Diskussion um die Frage, wie wir das Land neu ordnen wollen, ist angesichts der zunehmenden Unterschiede in den Bereichen, Wohnen, Wirtschaft und verkehrlicher Anbindung in Deutschlands Kommunen überfällig. In Zeiten von explodierenden Miet- und Immobilienmärkten sowie verstopften Verkehrswegen kommt es darauf an, den Druck von den Metropolregionen zu nehmen und diese dadurch wieder lebenswerter zu machen. Es geht nicht darum, die Städte zu schwächen, sondern durch flexible und integrierte Ansätze Deutschlands Räume insgesamt zu erneuern, zu entzerren und auch dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen.

Anstatt immer neuer Instrumente wie Mietpreisbremsen und Fahrverbote, die letztlich nur den Stillstand zementieren, brauchen wir flexible Lösungen und integrierte Ansätze: nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land!  So wird es wenig hilfreich sein, allein durch eine 1:1-Ersetzung der PKW mit Verbrennungsmotoren durch Elektromoren die Verkehrsbelastung in den Boom-Regionen anzugehen. Die Staubelastung zu Stoßzeiten nimmt damit nicht ab, ebenso wenig die Vergeudung wertvoller Arbeits-, Familien- und Lebenszeit bei den Berufspendlern. Vielmehr können die Verkehrsströme durch eine Digitalisierung der Verkehrslenkung wesentlich entzerrt sowie durch eine Flexibilisierung in der Arbeitswelt entlastet werden. Öffentliche wie private Arbeitgeber müssen hierzu vielmehr als bisher flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Telearbeit ermöglichen, um das Wohnen in den vielen Klein- und Mittelstädten sowie in den Dörfern zu stärken und beispielsweise die Vereinbarkeit der Pflege von Angehörigen und dem Berufsleben zu fördern.

Entgegen der bisherigen Prognosen wird die Bevölkerung in Deutschland nicht abnehmen, sondern wachsen, gleichzeitig aber älter werden. Digitalisierung und Robotik im Bereich von Pflege und medizinischer Versorgung können dem Wunsch vieler Menschen ermöglichen, auch im Alter ihren vertrauten Lebensmittelpunkt nicht verlassen zu müssen. Dies setzt jedoch den flächendecken Ausbau schneller Breitbandverbindungen und die rasche Etablierung des 5G-Standards voraus. Ebenso ist wirtschaftliches Wachstum in der Stadt und auf dem Land zwingend auf schnelle Internet- und Mobilfunkverbindungen angewiesen. Ziel muss es sein, mithilfe integrativer Ansätze im Bereich Digitalisierung, Standort- und Strukturförderpolitik sich selbst tragende wirtschaftliche Entwicklungen auch jenseits der Metropolen zu fördern.

Beispielsweise durch eine gezielte Cluster-Förderung durch die dezentrale Ansiedlung von Hochschulen und Fachhochschulen in Klein- und Mittelstädten. Begleitet von einer Förderoffensive für Ausgründungen kann die Basis für Hightech in der Fläche sein und zugleich dabei helfen, die Unterschiede abzumildern.

Um die ländliche Entwicklung zu stärken, muss deren Förderung über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz bedarfsgerecht ausgeweitet werden. Die kommende Sitzung des Vermittlungsausschusses muss hierfür genutzt werden.

Wer Ballungsräume entlasten will, muss Wachstum in der Fläche fördern und ländliche Räume als Innovationsräume stärken!