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Nachhaltigkeit

14.03.2019
Ausgezeichnet! KommunalSaison-kalender wird Leuchtturmprojekt
© DStGB

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, 169 Unterziele, 232 Indikatoren. Das Ziel: Nichts Geringeres als die „Transformation der Welt zum Besseren“. Dieser Umriss der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) kann geradezu umwerfend, sogar überwältigend sein. Für Kommunen kommt hinzu, dass ein Großteil der SDGs nur zusammen mit den Kommunen erreicht werden kann, die Ziele, Unterziele und Indikatoren aber für die globale Ebene geschrieben worden sind und die individuelle kommunale Realität nicht berücksichtigen (können). Um den Einstieg in die SDGs zu erleichtern und zu zeigen, dass sie kein „Hexenwerk“ sind, hat die Initiative „Welt vor Ort“ des Deutschen Städte- und Gemeindebundes 2018 den KommunalSaisonkalender veröffentlicht, eine Ideensammlung einfacher und leicht umzusetzender Aktionen, wie Kommunen zusammen mit ihrer Bürgerschaft die SDGs angehen können. Dafür wurde der KommunalSaisonkalender jetzt als Leuchtturmprojekt der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2019 ausgezeichnet.

Wie bricht man eine globale Agenda, die die Transformation des gesamten Planeten zum Ziel hat, auf die kommunale Realität herunter? Wie können auch die kleinsten Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten, wenn es um globale Politik geht? Diese Fragen standen im Raum, als sich „Welt vor Ort“ erstmalig mit den SDGs beschäftigte. Je tiefer sich die Initiative dabei mit den SDGs auseinandersetzte, desto offensichtlicher wurde, dass die SDGs zwar auf den ersten Blick mit ihrem Umfang und ihrer Reichweite erschlagend und riesig wirken können, dass aber die Antwort im Kleinen liegt. Kleine, schnell und einfach umzusetzende Aktionen können direkter und unkomplizierter wirken, als das zeitaufwändige Drehen am großen Rad. Bis eine große, allumfassende Strategie zur Umsetzung der SDGs gefunden ist, können beispielsweise Bienenhotels aufgehängt, ein Upcycling-Flohmarkt oder Repair Day organisiert oder bei einem nachhaltigen Kochkurs regionale Gemüsekreationen erfunden werden. In kurzer Zeit konnte „Welt vor Ort“ eine große Anzahl von Ideen zusammentragen, wie sich Aktionen zu Nachhaltigkeit, fairem Handel und/oder Umweltschutz mit einfachsten Mitteln vor Ort in den Kommunen umsetzen lassen. Die 52 besten Ideen wurden daraufhin ausformuliert und es entstand der KommunalSaisonkalender; 52 Ideen, für 52 Wochen des Jahres.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen tragen den Slogan „an agenda of the people, by the people, for the people“, zu Deutsch: „Eine Agenda der Menschen, von den Menschen, für die Menschen“. Diesem Anspruch sollte der KommunalSaisonkalender gerecht werden. Die präsentierten Ideen sind so gefasst, dass sie direkt auf die Bürgerinnen und Bürger der Kommunen zugehen, sie ansprechen oder von Anfang an mit einbeziehen. Das Ziel war, dass die Kommunen sie aufgreifen und gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern umsetzen, denn ein Großteil der SDGs kann nur zusammen mit den Kommunen erreicht werden, aber kein SDG kann ohne die Menschen erreicht werden. Darüber hinaus können Kommunen mit den Aktionen Akzente in der Bürgerschaft setzen, die Nachhaltigkeitsziele bekannt machen und den Ansporn geben, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit eigenen Aktionen und in Eigenregie für die nachhaltige Entwicklung ihrer Kommune und der Welt einsetzen.

Der KommunalSaisonkalender wurde als Leuchtturmprojekt der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2019 ausgezeichnet. Die Aktionstage finden in jedem Jahr im Rahmen der Europäischen Woche der Nachhaltigen Entwicklung statt und werden vom Rat für nachhaltige Entwicklung organisiert. Deutschlandweit fanden 2018 über 2.500 Nachhaltigkeitsaktionen während der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt. Von diesen Aktionen werden fünf Projekte ausgewählt und als Leuchtturmprojekte ausgezeichnet. Welt vor Ort und der Deutsche Städte- und Gemeindebund freuen sich über die Auszeichnung. Sie zeigt, dass der kommunalen Ebene eine gewichtige Rolle bei der Umsetzung der SDGs zukommt und welchen Stellenwert die lokale Ebene für die Erreichung der SDGs hat.

(Bild: © DStGB)