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Lärmschutz

04.07.2018
Kompakte und lärmarme Quartiere - Gute Beispiele gesucht
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Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) bearbeitet derzeit im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) das Forschungsvorhaben „Gute Praxisbeispiele kompakter und zugleich lärmarmer städtischer Quartiere“. Um auch in hochverdichteten und nutzungsgemischten urbanen Räumen eine hohe Aufenthalts- und Wohnqualität gewährleisten zu können, ist meist ein umfassendes Maßnahmenbündel für einen den Schallschutz zugunsten einer ruhigen Wohnsituation erforderlich. Wie sich Lärmimmissionen an belasteten Standorten erfolgreich reduzieren lassen, sollen acht Fallstudien veranschaulichen.

Gesucht werden vorbildliche Beispiele aus Städte- und Gemeinden, die derzeit realisiert werden oder bereits umgesetzt sind und mit geeigneten Bebauungs-, Gebäude-, Verkehrs- oder Nutzungskonzepten nachahmenswerte Lösungen für den Umgang mit Lärmkonflikten aus dem Verkehr sowie aus gewerblicher Nutzung oder von Gaststätten- und Freizeitlärm aufzeigen. Von besonderem Interesse sind Projekte, die möglichst mit einem Maßnahmenbündel den Wohnwert in den Gebäuden und im Wohnumfeld sowie die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum eines Quartiers erhöhen. Bausteine eines Maßnahmenbündels können sein:

•    Lärmrobuste städtebauliche Strukturen: Kombination aus geschlossener und offener Bauweise, Gebäudestellung, Anordnung der lärmempfindlichen Räume, Pufferzonen, Staffelung der Gebäudehöhe etc.

•    Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen:

- schallabsorbierende Lärmschutzwände, besondere Fensterkonstruktion, verglaste Außenwohnbereiche, lärmvermeidende Nutzungskonzepte

- Zuordnung bzw. Verteilung lärmerzeugender und lärmsensibler Nutzungen im Quartier, Erhalt bzw. Schaffung ruhiger Entlastungsräume mit Erholungsfunktion, Konzepte zur Vermeidung nutzungsbedingter Lärmbelastungen (u.a. Konzepte zur Verkehrsvermeidung) etc.

•    Verkehrsplanerische Maßnahmen:

- im Straßenverkehr lärmmindernder Fahrbahnbelag, Reduzierung Autoverkehr, Geschwindigkeitsbeschränkungen, LKW-/Nacht-Fahrverbote, autofreie innere Fußwegeerschließung, Verzicht auf oberirdische Pkw-Stellplätze, Bündelung von Parkmöglichkeiten etc.

Sowohl im kleinen als auch im großen Maßstab umgesetzte Projekte im Bestand, Neubau bzw. Bestandsergänzungen können interessant für die Fallstudienuntersuchung sein. 

Anhand von Experteninterviews mit relevanten Akteuren vor Ort und einer Begehung des Quartiers werden die Fallstudien vom Difu untersucht. Die Ergebnisse der kommunalen Fallstudien münden in Handlungsempfehlungen für Kommunen, wobei die ausgewählten Quartiere als gute Beispiele zur Darstellung herangezogen werden. Die Verbreitung der beispielhaften Lösungen und Erfolgsfaktoren erfolgt außerdem über Veröffentlichungen in Fachzeitschriften.

Der Aufruf zur Einreichung guter Beispiele für die Difu-Fallstudien wird vom Deutschen Städtetag (DST) und vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) unterstützt.

Informationen (Weblinks, Flyer, Pläne, Fotos) zu vorbildhaften Beispielen können interessierte Kommunen bis zum 24. August 2018 per E-Mail an preuss@difu.de einreichen.

Deutsches Institut für Urbanistik
Forschungsbereich Umwelt
Herrn Thomas Preuß (Projektleiter)
Zimmerstraße 13-15
D-10969 Berlin
Tel: +49(0)30/39001-265
Mail: preuss@difu.de