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DEMOGRAFIE

2019-07-08
Deutlich mehr Schwierigkeiten im Personalmanagment
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In einer gemeinsamen Studie zum demografischen Wandel haben der Innovators Club des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) und die Berliner Unternehmensberatung publecon die aktuelle Situation in bundesweit fast 500 Rathäusern analysiert und mit ihrer ersten Befragung aus dem Jahr 2012 verglichen. Die wichtigste Botschaft: Immer mehr Kommunen versuchen, dem demografischen Wandel in ihren Verwaltungen zu begegnen. Allerdings werden die Herausforderungen, die der sich immer stärker abzeichnende Fachkräftemangel mit sich bringt, mittlerweile als deutlich gravierender eingeschätzt als im Jahr 2012.

Der positive Trend ist eindeutig: Die Personalverantwortlichen in den Rathäusern ergreifen verstärkt Maßnahmen, um im Kampf um Fachkräfte die besseren Argumente auf ihrer Seite zu haben. In der Online-Befragung zum demografischen Wandel erklärten nur knapp sieben Prozent der befragten Kommunen, noch keine Maßnahmen ergriffen zu haben. In der Vorgängerstudie war das noch bei fast jeder dritten Kommune der Fall. Mittlerweile bildet jede dritte Stadt oder Gemeinde über Bedarf aus. Vor allem das Umsetzen innerorganisatorischer Maßnahmen ist verstärkt worden – vom Gesundheitsmanagement über Flexibilisierungen bis hin zur Telearbeit. Zentrale Ansatzpunkte für eine bessere Position der Kommunen im Wettbewerb um Fachkräfte sind zudem der Ausbau des E-Government, die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen sowie das Schließen der immer noch vorhandenen Lücken bei der digitalen Infrastruktur.

Dennoch zeigt die Studie, die ergänzt um Expertenbeiträge und praxisorientierte Handlungsempfehlungen unter dem Titel „Demografieorientiertes Personalmanagement im öffentlichen Dienst“ von den publecon-Verantwortlichen Dr. Alexandra Kühte und Dr. Thomas Helmke gerade veröffentlicht worden ist, dass sich die Lage gegenüber dem Jahr 2012 deutlich verschärft hat. Klar ist: Die Anforderungen an das Personalmanagement und die Mitarbeitergewinnung steigen deutlich. „Vor allem bei IT-Fachkräften, Absolventen von Ingenieurstudiengängen, Erziehern, Technikern sowie Meistern in technischen Berufen wird ein Rückgang bei den Bewerberzahlen beklagt“, konstatiert Dr. Thomas Helmke. Damit nicht genug: Für die Zukunft wird befürchtet, dass dieser weiter zunimmt.

Beim Maßnahmenbündel spielen neben einer flexibleren Arbeitszeit auch Optionen wie Aus- und Weiterbildung, Vorgesetzten-Mitarbeiter-Gespräche und eine leistungsorientierte Entlohnung eine wachsende Bedeutung. Die wichtigste strategische Rolle spielt für die meisten Befragten, die Kommune als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren – eine Arbeitgebermarke zu schaffen. Dabei gehe es nicht darum, „eine Imageblase aufzupumpen“, wie der systemische Marken- und Organisationsberater Frank Beck (München) in seinem Beitrag hervorhebt. Vielmehr müsse eine Kommune identitätsbasiert als glaubwürdiger Arbeitgeber positioniert werden – eine Aufgabe, die aus vielen kleinen, aber schnellen Schritten bestehe und die eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter in den Mittelpunkt rückt.

Thema der Studie ist auch der zweite Megatrend: Die Digitalisierung, die „das Verständnis, die Rolle und auch die Personalstruktur in den Kommunalverwaltungen massiv verändern wird“, wie DStGB-Pressesprecher Alexander Handschuh in seinem Gastbeitrag prognostiziert. So werden die neuen Aufgaben in diesem Bereich auch als größte Herausforderungen für die Erreichung des Ziels, ein attraktiver Standort und Arbeitgeber zu sein, benannt.

(Die Ergebnisse der Studie sind unter www.publecon.de und auf der Homepage des Innovators Club unter www.innovatorsclub.de zu finden.)