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E-Scooter

2019-08-07
"Nicht die Spaßbremse ziehen!"
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E-Roller erweitern mittlerweile in vielen Städten Deutschlands den Straßenverkehr und erfreuen sich gerade als Leihfahrzeug einer vielfältigen Nutzerschicht. Die ersten Unfälle mit E-Roller hat die Debatte um eine Helm und Führerscheinpflicht verschärft. Derr Geschäftsführer des DSTGB, Herr Dr. Landsberg , im Interview über die Auswirkungen und geplanten Regulierungen von E-Rollern

Herr Landsberg, kaum rollen Elektro-Roller auf Deutschlands Straßen, wird bereits der Ruf nach klareren Regeln für die Scooter laut. Wie fällt Ihre Startbilanz aus?

Landsberg: Diese Fortbewegungsart ist bei jungen Menschen beliebt und auch Touristen nutzen es gern. Daher sollten wir bei den E-Scootern in Deutschland nicht gleich wieder die Spaßbremse ziehen. Natürlich gibt es Probleme wie wir sie auch beim Aufkommen der Mieträder und der E-Bikes kennengelernt haben.

Diese Konfliktfragen sind aber lösbar und die Städte und Gemeinden haben ein ausreichendes Instrumentarium dafür. Es ist ja gerade im Interesse der Vermieter dieser Fahrzeuge, dass sie störungsfrei genutzt werden und es möglichst nicht zu Unfällen kommt. Dazu gehört natürlich mehr Aufklärung über die Nutzung, etwa darüber, dass es sich eben nicht um ein Spielzeug handelt sondern um ein Fortbewegungsmittel, für das die Regeln der Straßenverkehrsordnung gelten.

Die Roller scheinen mehr Spielzeug als Fahrzeug zu sein. Wie lassen sie sich besser in den Verkehr integrieren?

Landsberg: Natürlich ist es kein noch kein wirklich nennenswerter Baustein für die Verkehrswende. Nur in Ausnahmefällen wird jemand das Auto stehen lassen und auf den Roller umsteigen. Der E-Scooter ist nicht das allein entscheidende Verkehrsmittel der Zukunft. Bei richtigem Einsatz wird er aber durchaus eine Bereicherung sowohl für die Menschen als auch für die Städte darstellen können.

Sind die Verleih-Firmen nicht stärker gefordert? Sollte die Zahl der Roller in den Städten klar begrenzt werden?

Landsberg: Unabhängig von einer Begrenzung brauchen wir klare Regelungen zwischen den Kommunen und den Anbietern, die dann auch eingehalten werden müssen. Hier sind die Verleihfirmen besonders in der Pflicht. Da der Standort der Fahrzeuge ständig geortet wird, kann auch sichergestellt werden, dass sie ordnungsgemäß nach Gebrauch abgestellt und nicht zum Beispiel mitten auf dem Gehweg platziert werden. Es macht auch durchaus Sinn, wenn Städte bestimmte Plätze zum Abstellen vorgeben oder auch festlegen, dass die Roller nicht in großer Zahl etwa besonders schöne Plätze verschandeln. Auch die Sanktionsmöglichkeiten der Verleiher sind einfach und praktikabel. Wer den Roller nicht ordnungsgemäß abstellt, muss weiter bezahlen. Jeder Nutzer, der das weiß, wird sich entsprechend verhalten.


Was spricht gegen Helmpflicht und eine Fahrprüfung?

Landsberg: In den bisherigen Regelungen werden die E-Scooter meist analog zu Fahrrädern behandelt, das sollten wir auch in diesem Bereich so fortsetzen. Wir können hier nur an die Vernunft der Nutzer appellieren. Im Interesse der eigenen Sicherheit sollten sie einen Helm nutzen und sich mit dem Fahrzeug vertraut machen. Zusätzliche gesetzliche Regelungen brauchen wir hier nicht.