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Klima-Notstand

2019-06-03
Klimaschutz findet in den Kommunen statt
© Oliver Boehmer - Fotolia.com

Deutschland ist im Klimafieber. Die Grünen sind auf der Erfolgsspur. Ob „Fridays for Future“ oder die Erklärung des „Klima-Notstandes“ in manchen Städten - das Thema beherrscht die Medien und wird derzeit regelrecht „gehypt“.

Leider bleiben die Sachlichkeit und die notwendige inhaltliche Auseinandersetzung mitunter auf der Strecke. Durch Demonstrationen und große Forderungen wird das Klima in der Welt nicht besser. Wer das Thema sachlich angeht, muss zunächst wissen, dass Deutschland zum CO2 Ausstoß weltweit nur circa 2,3 Prozent beiträgt. Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht mehr anstrengen müssen. Es muss Schluss sein mit der Illusion, Deutschland könne das Klima im Alleingang retten.

Die großen Klimabelastungen werden weltweit insbesondere von Staaten wie China, den USA oder Indien verursacht. Wenn wir in Deutschland vorankommen wollen, müssen wir die vielen Klimaschutzaktivitäten der Kommunen stärken. Wir brauchen einen „Masterplan Klimaschutz“ für die Städte und Gemeinden in ganz Deutschland. Bisher gibt es leider nur für einzelne Förderungen und Unterstützungen. Das reicht bei weitem noch nicht aus.

Die erste Regel erfolgreichen Klimaschutzes lautet: Nicht nur nachdenken, was andere anders machen müssen, sondern es selbst in die Hand nehmen. Nur wenn der Mensch sich wandelt – und zwar weltweit – können wir den Klimawandel stoppen. Der entscheidende Impuls dafür geht von den Kommunen aus. Städte und Gemeinden können Öffentlichkeit herstellen, eine Anerkennungskultur etablieren, die Motivation stärken und mit ihren Maßnahmen Vorbilder für den Klimaschutz sein. Das findet vor Ort längst statt. Zu haben zum Beispiel in den letzten zehn Jahren bis Ende des Jahres 2018 über 14.400 Projekte in mehr als 3450 Kommunen zum Klimaschutz stattgefunden. Genau diesen Weg müssen wir weiter gehen.

Auch für den Umstieg in der Energieproduktion und Energieversorgung spielen gerade die Kommunen eine wichtige Rolle. Denn dort werden die alternativen Energien produziert, weitergeleitet und sind ein wichtiger Faktor für den Klimaschutz. Das setzt allerdings voraus, dass die Politik in Bund und Ländern deutlicher dafür wirbt. Wir kommen nicht weiter nach dem Motto: Alternative Energien gerne, aber bitte keine Windkraft vor meiner Haustür.

Wer den Beitrag des Verkehrsbereichs zum Klimaschutz ernst nimmt, muss endlich die ländlichen Räume mit mehr emissionsfreien Bussen und Bahnen erschließen. Der Hinweis: das lohnt sich nicht, da fahren zu wenig Menschen, ist nicht richtig. Nicht mit Aktionismus, großen Demonstrationen oder werbewirksamen Forderungen, sondern mit vielen einzelnen kleinen Maßnahmen vor Ort werden wir den wichtigsten Beitrag für mehr Klimaschutz leisten können. Die Kommunen sind dazu bereit. Man muss allerdings den notwendigen Rahmen schaffen und die unverzichtbare Finanzierung sicherstellen.

(Statement von DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg)

(© Oliver Boehmer - Fotolia.com)