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2011-03-16
Atomstrom ist auslaufendes Modell
Der Städte-  und  Gemeindebund  hat deutlich beschleunigte Verfahren zum Bau von Stromleitungen für Öko-Energie gefordert. Planungsprozesse von 15 Jahren seien nicht länger „akzeptabel“.
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) erklärte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg, der Atomstrom sei  nach der Katastrophe in Japan „ein auslaufendes Modell“. Die Zukunft liege in der Versorgung mit erneuerbarer Energie. Um diese rasch  nutzen zu können, muss nach Auffassung der Kommunen das Stromnetz sofort um- und ausgebaut werden. Dabei werden die Kommunen und ihre Stadtwerke eine entscheidende Rolle spielen. Landsberg forderte eine Werbeoffensive von Bund und Ländern, damit  der Widerstand der Bürger gegen die dringend notwendigen neuen Freileitungstrassen abgebaut wird. „Wenn Kino-Werbespots für Aidsbekämpfung möglich sind, muss auch eine Kampagne für  erneuerbare Energie und  die dafür erforderlichen Stromtrassen möglich sein.“, betonte  Landsberg.  Eine aktive Informationspolitik und eine frühzeitige Beteiligung der Bürger sei „überfällig“, um jahrelange Verzögerungen bei der Planung und beim Bau zu vermeiden. Auch müssten für Großprojekte beschleunigte Gerichtsverfahren und spezielle Kammern geschaffen werden, um zeitaufwendige Klagen durch viele Instanzen  zu verhindern.

Allein 3.600 Kilometer Stromleitungen sind nach Angaben der Kommunen für den Transport der Off-Shore-Windenergie aus der Nordsee zu den Verbrauchern notwendig.  Forderungen vor allem aus Niedersachsen nach einer Erdverkabelung sieht Landsberg  in Hinblick auf die hohen Kosten kritisch. Landsberg verwies auf Studien, wonach eine flächendeckende Erdverkabelung  55 Milliarden Euro kosten würde. Dagegen würden die Kosten bei Freileitungstrassen auf 6 Milliarden Euro geschätzt. „Auch hier brauchen wir endliche eine offene gesellschaftliche Diskussion, was geleistet werden kann, was gewünscht und was akzeptiert wird“, sagte Landsberg. Wir müssen den Bürgern auch ehrlich sagen, dass es den Ausstieg aus der Atomenergie nicht zum Nulltarif gibt und der Umbau der Energieversorgung viel Geld kosten wird.  Er plädierte zudem für  intelligente Stromnetze – so genannte  Smart-Grids. Die Verknüpfung von Stromnetz und Internet mache eine verbrauchsorientierte Steuerung von Geräten und damit die  Einsparung von Energie möglich.

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