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2016-04-08
Aufruf: Kommunale Projektpartnerschaften mit Nordafrika
© william87 - Fotolia.com
Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert den fachlichen Austausch zwischen maghrebinischen und deutschen Gebietskörperschaften (Kommunen, Landkreise) im Rahmen des Regionalvorhabens „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Das Vorhaben ist als Teil der übergeordneten Bemühungen der Bundesregierung zu verstehen, durch eine Vielzahl an Instrumenten die Staaten und Kommunen in der Middle East North Africa (MENA) Region zu stärken und somit Fluchtursachen zu bekämpfen. Bewerbungen können durch Kommunalverwaltungen, Landkreise, städtische Fachakteure und technische Experten aus der Kommunalverwaltung in Deutschland eingereicht werden, die den Austausch mit städtischen und kommunalen Akteuren aus Schwellen- und Entwicklungsländern, und im Speziellen mit den Maghreb-Staaten Tunesien, Marokko und Algerien suchen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global gGmbH von 2016-2018 das Vorhaben „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ durch. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen algerischen, tunesischen und marokkanischen Kommunen und Städten mit deutschen Gebietskörperschaften anhand der gemeinsamen Durchführung von städtischen Projekten zu fördern. Bis zu 25 Kleinprojekte können in den Kommunen und Städten des Maghreb, unterstützt durch deutsche Kommunalberatung, umgesetzt werden. Das Vorhaben ist als Teil der übergeordneten Bemühungen der Bundesregierung zu verstehen, durch eine Vielzahl an Instrumenten die Staaten und Kommunen in der Middle East North Africa (MENA) Region zu stärken, und somit Fluchtursachen zu bekämpfen. Das Vorhaben ergänzt außerdem das ebenfalls im Auftrag des BMZ von der GIZ in Marokko, Algerien und Tunesien durchgeführte Vorhaben „Stärkung kommunaler Entwicklung und Demokratie (CoMun)“, das die fachliche Vernetzung innerhalb und zwischen diesen drei Ländern des Maghreb fördert. Beide Vorhaben werden in enger Kooperation durchgeführt.

Aufgrund Jahrhunderte alter zentralistischer Staatsstrukturen verfügen die Kommunen der Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien über wenig Kompetenzen und Kapazitäten zur Steuerung ihrer Entwicklung und Daseinsvorsorge. Nach dem sogenannten Arabischen Frühling, der im Dezember 2010 in Tunesien begann, verlangen Bürgerinnen und Bürger jedoch zunehmend Qualität und Effizienz bei den kommunalen Dienstleistungen, Bürgernähe, Transparenz und Beteiligung in der Kommunalpolitik. Die Kommunen und insbesondere die kleineren und mittleren Städte der Maghreb-Staaten können beim Aufbau lokaler Selbstverwaltung von den Erfahrungen deutscher Kommunen und Landkreise profitieren. Der Wissenstransfer und die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene kann die Lebensqualität vor Ort steigern. Städte, die effizient und transparent im Sinne Ihrer Bürgerinnen und Bürger funktionieren sind zudem Anreiz für junge Menschen, ihre Zukunft im eigenen Land mitzugestalten. Die Zusammenarbeit stellt für deutsche Kommunen eine Chance dar, die zugewanderten Menschen aus Nordafrika in die Projektarbeit einzubinden und dauerhafte, integrationsunterstützende kommunale Arbeitsbeziehungen zu entwickeln.

Kernstück der Partnerschaften sind Projekte, die sich an den Bedarfen der maghrebinischen Städte orientieren und gemeinsam von Städten aus dem Maghreb und Gebietskörperschaften aus Deutschland konzipiert und, begleitet von lokalen Experten, im Maghreb umgesetzt werden. Im Wettbewerbsverfahren haben Städte aus Marokko, Algerien und Tunesien Vorschläge für Projekte eingereicht, die auf die Verbesserung der städtischen Lebensqualität und die Modernisierung der öffentlichen Verwaltungen zielen. Sie umfassen Maßnahmen zur Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Kommunalentwicklung und zur Steigerung der Verwaltungseffizienz: Maßnahmen zur verbesserten Ausstattung von Jugendzentren, kommunalen Kinos und anderen sozial-kulturellen Einrichtungen; Maßnahmen zur Aufwertung von Stadtteilen wie etwa Grünflächen, Parks und Spielplätze; aber auch Ideen aus dem Bereich der Hausmüllentsorgung, der Stadtreinigung und Straßenbeleuchtung. Des Weiteren können Modernisierungsmaßnahmen wie die Einführung von E-Government und Dokumentenmanagementsysteme sowie die Erstellung von Regelwerken und standardisierten Abläufen umgesetzt werden, um die Dienstleistungsqualität zu verbessern. Jedes der Projekte hat ein Budget von ca. 60.000 Euro. Die Projektskizzen sind online abrufbar unter

http://co-mun.net/comun/kommunaler-wissenstransfer

Der Fachaustausch findet durch Workshops zur Konzeption und Durchführung der Kleinprojekte, Fachveranstaltungen, thematisch angebotene Studienreisen für maghrebinisches Verwaltungspersonal nach Deutschland, Hospitationen der Partnerstädte aus dem Maghreb in deutschen Verwaltungen und bei Interesse auch vice versa sowie über Beratungseinsätze deutscher Kommunalvertreter vor Ort statt.

-    10.05.2016 Informationstreffen für interessierte deutsche Kommunen (nicht verpflichtend), Bonn

-    Bis zum 20.05.2016 Meldung der Interessensbekundung deutscher Kommunen

-    Ab 05/2016 Projektworkshops in den Maghreb-Staaten und bedarfsorientierte kurzzeitige Expertenentsendung Tunesien, Marokko und Algerien

-    Ab Sommer 2016 Hospitationen und thematische Studienreisen der maghrebinischen Vertreter in Deutschland

-    Herbst 2016 Fachkonferenz zur Vorstellung von Projektideen und Vernetzung der Akteure Deutschland

-    02/2017 Arbeitstreffen als Zwischenevaluierung mit allen beteiligten Kommunen Deutschland/Maghreb

-    10/2017 Abschlusskonferenz Tunesien, Marokko oder Deutschland

Bewerbungen können durch Kommunalverwaltungen, Landkreise, städtische Fachakteure und technische Experten aus der Kommunalverwaltung in Deutschland eingereicht werden, die den Austausch mit städtischen und kommunalen Akteuren aus Schwellen- und Entwicklungsländern, und im Speziellen mit den Maghreb-Staaten Tunesien, Marokko und Algerien suchen. Bewerbungen sollten sich auf eines der oben genannten Themenfelder oder auf bereits gezielte Projekte beziehen. Ausdrücklich erwünscht sind Bewerbungen aus Kommunen, die einen hohen Anteil von Migranten aus den Maghreb-Staaten aufweisen, und/oder frankophone Kommunalmitarbeiter. Erwartet wird die Bereitschaft, Kommunalvertreter für die Teilnahme an Programmveranstaltungen freizustellen bzw. sich über den einmaligen Erfahrungsaustausch hinaus an praxisrelevanten Folgeaktivitäten, insbesondere an Planungsworkshops und bedarfsorientierten Beratungseinsätzen im Rahmen der gemeinsamen Kleinprojekte zu beteiligen. Darüber hinaus sollte die Kommune bereit sein, eine/n maghrebinische/n Hospitant/in für 1-2 Wochen aufzunehmen.

Bei einem ersten, nicht verpflichtenden Informationstreffen am 10.05.2016 in Bonn können Interessierte mehr über das Projekt und den Ablauf zu erfahren.

Eine formale Interessensbekundung sollte als formloses Schreiben mit Informationen zur Ihrer Kommune und unter Angaben des gewünschten Projektes/Themenfeldes bis zum 20.05.2016 per Email an Frau Nadja Bonarius (nadja.bonarius@engagement-global.de) geschickt werden. Weitere Informationen sind abrufbar unter:

http://co-mun.net/comun/kommunaler-wissenstransfer

Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Nadja Bonarius (nadja.bonarius@engagement-global.de, 0228 / 20 717-620) und Frau Wencke Müller (wencke.mueller@engagement-global.de, 0228 / 20717-621) zur Verfügung.

(Foto: © william87 - Fotolia.com)

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