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2016-06-13
Integration gelingt in Städten und Gemeinden
© SeanPavonePhoto - Fotolio.com

Städten und Gemeinden kommt für das Gelingen der Herkulesaufgabe Integration von Flüchtlingen eine Schlüsselrolle zu. Vor Ort in den Kommunen wird sich entscheiden, ob es gelingt, die große Zahl an geflüchteten Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Dass es dabei an Engagement und guten Ideen nicht mangelt, wurde auf der Fachkonferenz „Integration in Städten und Gemeinden – Handlungsoptionen und Praxisbeispiele“ in Bielefeld deutlich.

Über 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Städten und Gemeinden diskutierten dort am vergangenen Wochenende Lösungsansätze und aktuelle Herausforderungen. Wie Integration vor Ort gelingen kann, zeigte sich anhand der zahlreichen Praxisbeispiele aus Kommunen, die während der Fachforen am vorgestellt wurden. Zu der Fachkonferenz hatten der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen und die Bertelsmann-Stiftung eingeladen.

„Auch wenn derzeit deutlich weniger Menschen nach Deutschland kommen als noch vor wenigen Monaten, liegt die eigentliche Aufgabe noch vor uns“ betonte Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. „Die Integration der Geflüchteten bedeutet eine gewaltige Aufgabe für Städte und Gemeinden. Hier ist es entscheidend, dass alle Akteure vor Ort in den Kommunen zusammenwirken. Allerdings ist es auch unabdingbar, dass die zu uns gekommenen Menschen ihren Beitrag leisten. Daher begrüßen wir, dass es nun ein Integrationsgesetz geben wird, in dem der Grundsatz Fördern und Fordern festgeschrieben ist“, so Landsberg. Er mahnte allerdings finanzielle Unterstützung an: „Wir erwarten, dass Bund und Länder die Kosten für die Integration der neu angekommenen Menschen vollumfänglich übernehmen“.

„Die Zuwanderung ist auch eine Chance für Wirtschaft und Gesellschaft“, betonte Dr. Kirsten Witte, Programmleiterin der Bertelsmann Stiftung. Schließlich seien über die Hälfte der Geflüchteten unter 25 Jahre alt. „Dies gilt freilich nur, wenn es uns gelingt, Integration erfolgreich zu gestalten. Wir müssen die Registrierungs- und Asylverfahren beschleunigen, wir brauchen mehr Sprach- und Integrationsmaßnahmen, mehr Flexibilität und Kooperation auf allen staatlichen Ebene. Kommunen und insbesondere die Bürger haben gezeigt, was möglich ist.“ so Witte.

Das Engagement der haupt- und ehrenamtlich Tätigen für die Flüchtlinge in den deutschen Kommunen sei beeindruckend, betonten Witte und Landsberg gleichermaßen.

Detlef Scheele, Vorstand Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit, zeigte die Möglichkeiten der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten auf. Inzwischen wurden rechtlich einige Weichen gestellt. Insbesondere für Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive besteht inzwischen der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen. Zum Mehrwert, den die neue Zuwanderung für Kommunen bringt, erläuterte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, warum Goslar sich sogar mehr Flüchtlinge wünsche. Insgesamt fünf Fachforen zu den Themen „Schule/Kita/Bildung“, „Integration im ländlichen Raum“, „Arbeit/Ausbildung“, „Ehrenamt“ sowie „Bauen/Unterkünfte“ boten den Kommunalvertretern Gelegenheit zu Diskussion und Erfahrungsaustausch zu Erfolgsmodellen, aber auch zu bestehenden Herausforderungen.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Integration eine der zentralen kommunalen Aufgaben für die kommenden Jahre und Jahrzehnte bleiben wird. Soll diese Aufgaben gelingen, dann funktioniert es nur mit und in den Kommunen.

Die Ergebnisse der Konferenz können unter dem Link im Anhang abgerufen werden.

(Foto:© SeanPavonePhoto - Fotolio.com)

(DStGB-Pressemitteilung Nr. 16-2016)

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