aktuelles

2016-11-10
Webefinanziertes ÖPNV-Ticket
© Kzenon - Fotolia.com

Per Smartphone-App ist es bei der Düsseldorfer Rheinbahn jetzt möglich, ein vollständig durch Werbung finanziertes Ticket für den Nahverkehr zu lösen. In der App wird ein digitales Ticket ausgestellt, wenn der Nutzer sich zuvor vier Werbespots auf dem Smartphone angesehen hat. Mehr als 10.000 Fahrscheine wurden auf diese Art bereits in der ersten Woche gelöst.

Drei weitere deutsche Städte sowie zwei in den Niederladen haben Interesse an dem Projekt angemeldet.  Mit dem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Angebot der Rheinbahn wird ein im Medienbereich seit langem bekanntes Finanzierungsmodell in den Bereich der Daseinsvorsorge übertragen. Treiber ist wie in vielen anderen Lebensbereichen auch die Digitalisierung.  Traditionell finanzieren sich Medien wie Zeitungen und Zeitschriften, aber auch das TV, ganz oder zum Teil über Werbung. Aus kommunaler Sicht ist dies ein interessantes, zusätzliches Angebot für die Nutzer des ÖPNV, über dessen Vor- und Nachteile Kommunen und ihre Verkehrsunternehmen vor dem Hintergrund der örtlichen Verhältnisse und Diskussionen entscheiden sollten. Für das Angebot spricht unter anderem, dass damit die örtliche Wirtschaft gestärkt werden kann, etwa wenn diese über die App gezielt für ihre Produkte und Dienstleistungen wirbt. Auch kann eine breitere Teilhabe am ÖPNV erreicht werden, freilich unter der Voraussetzung, dass die Nutzer sich für den Konsum von Werbung entscheiden. Die Alternative, ein „normales“ ÖPNV-Ticket ohne den vorherigen Konsum von Werbung zu lösen, sollte allerdings erhalten bleiben. 

Cookies optimise the provision of our services. By using our services you agree that we use cookies.