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Nachhaltigkeit

2018-02-07
Nachhaltigkeit kommunal gestalten
© Robert Bergemann, www.offenblen.de

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) können nicht ohne die Kommunen erreicht und umgesetzt werden. Bei einer Veranstaltung der entwicklungspolitischen Initiative des Deutschen Städte- und Gemeindebundes WELT VOR ORT kamen Vertreter aus Kommunen, Zivilgesellschaft, Ministerien und Denkfabriken zusammen, um sich über Perspektiven kommunaler Nachhaltigkeitspolitik auszutauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ (SDGs), die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der „Agenda 2030“ im September 2015 verabschiedet wurden. Die SDGs sprechen unter anderem Themen wie Luftreinhaltung, Umweltschutz oder auch Mobilität und Anbindung im ländlichen Raum an und entwickeln somit eine hohe Kommunalrelevanz. Durch die umfassende Definition und die gegenseitige Bedingung der einzelnen Ziele können so für Kommunen neue Ansatzpunkte in ihrem Nachhaltigkeitsengagement entstehen.

Ein zentrales Element der SDGs ist der internationale Austausch. Das ist zum einen dem globalen Anspruch der SDGs geschuldet. Die SDGs richten sich als globale Agenda an alle Akteure – sowohl  an staatliche, zivilgesellschaftliche und wirtschaftliche Akteure, als auch über die Ebenen hinweg von globalen Initiativen bis hin zu kommunalen Akteuren. Damit alle Akteure an einem Strang ziehen und ihre Aktivitäten hin zu mehr Nachhaltigkeit koordinieren können, braucht es die Kommunikation über Landes- und Hierarchiegrenzen hinweg. Vor diesem Hintergrund betonte Thomas Schmidt, Bürgermeister von Teltow, die Wichtigkeit von Städtepartnerschaften. Teltow kooperiere zurzeit schon mit französischen und polnischen Kommunen. In den nächsten Wochen soll auch eine Städtepartnerschaft mit China entstehen. In die gleiche Kerbe schlug Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg. Städtepartnerschaften müssten mit neuem Leben gefüllt werden. So kann vor Ort auch ein internationales Verständnis in Zivilgesellschaft und Bürgerschaft für globale Herausforderungen und vor allem Lösungen gewonnen werden.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) sind eine vergleichsweise neue internationale Agenda. Sie wurden 2015 beschlossen und sind 2016 in Kraft getreten. Dennoch gibt es schon heute zahlreiche Unterstützungsangebote auf internationaler und nationaler Ebene. Da ist die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), die Kommunen beratend und personell unterstützt und zudem finanzielle Förderprogramme für kommunales Engagement in der Entwicklungspolitik bietet. Unter die kommunale Entwicklungspolitik fallen dabei auch Programme wie „Global Nachhaltige Kommune“, bei der Kommunen mit internationalen Partnerkommunen die Umsetzung der SDGs anstreben, wie Renate Wolbring von der SKEW berichtete. Darüber hinaus sagte Franziska Schreiber von der Denkfabrik adelphi, dass aufgrund der Neuartigkeit der SDGs und der Agenda 2030 erwartet werden könne, dass in den nächsten Jahren die Fördermittel und Unterstützungsangebote zur Umsetzung der SDGs fortgesetzt und intensiviert würden.

Auch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) wurde in Teltow vertreten. Dr. Martin Pohlmann berichtete über die Landesnachhaltigkeitsstrategie des Landes Brandenburg (LNHS), die unter anderem Einzelmaßnahmen und Strategien für Kommunen im Sinne der Nachhaltigkeit beinhalten. Die LNHS wurde an der Agenda 2030 ausgerichtet und passt diese für das Land Brandenburg an. Damit die LNHS die Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen der Kommunen in besonderer Art und Weise repräsentiert werden können, sucht das MLUL den Austausch mit den Kommunen. So kann sichergestellt werden, dass die LNHS auch auf kommunaler Ebene ihre volle Kraft entfalten kann.

Bei der Veranstaltung wurde ein neues Format zum Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten erfolgreich durchgeführt. Das „Speed-Dating“ getaufte Format ermöglichte den Teilnehmern, sich in kleinen Gesprächsgruppen mit den Referenten auszutauschen. Dabei entstanden interessante fachliche Diskussionen zwischen Teilnehmern und Referenten, die nach Ende des Programmes ausführlich fortgesetzt wurden.

(Foto: © Robert Bergemann - www.offenblen.de)

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