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2015-09-23
Offensive für zusätzliche Haltestellen begrüsst
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DStGB begrüßt Offensive der DB AG für zusätzliche Haltestellen. Bahnhofsgebäude in den Städten nicht vernachlässigen! Bahnhofsgebäude in den Städten nicht vernachlässigen.

Der Verkehrsausschuss des Deutschen Städte- und Gemeindebundes unterstützt die Pläne der Deutschen Bahn AG, bis zu 350 neue Haltestellen im Bereich des Regionalverkehrs einzurichten. „Das heutige Schienen- und Stationsnetz stammt teilweise noch aus den Anfangszeiten der Eisenbahn. Die Siedlungsentwicklung und Verkehrsbedürfnisse haben sich aber geändert“, stellte Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann (Teterow), stellvertretender Vorsitzender des DStGB-Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr, fest.

Die DB AG als größter Mobilitätsanbieter muss ihr Netz von Haltepunkten im eigenen Interesse der Nachfrage und dem Kundenaufkommen anpassen. Neben der Erschließung von Wohnsiedlungen sollten deshalb auch Gewerbegebiete, Hochschulen, Einkaufszentren, Bäder und Krankenhäuser als mögliche Aufkommensschwerpunkte für den Bahnverkehr geprüft werden. „Die Deutsche Bahn AG muss hierzu ein konkretes Stationskonzept vorlegen und dies mit den betroffenen Kommunen abstimmen“, forderte Dettmann.

Notwendig ist ferner, dass die hierzu notwendigen Investitionen nicht auf Kosten des vorhandenen Verkehrsangebotes gehen dürfen. Das Angebot der Bahn darf sich nicht auf Strecken mit hohem Aufkommen konzentrieren, sondern muss weiterhin den ländlichen Raum erschließen.

Auch dürfen die bestehenden Bahnhöfe und Haltestellen nicht vernachlässigt werden. Die Städte und Gemeinden erwarten, dass die DB AG Verantwortung auch für den Bestand ihrer Bahnhöfe übernimmt. „Bahnhöfe sind notwendige Infrastruktur, in die die Bahn investieren muss!“, so Dettmann. Der Verkauf ganzer Immobilienpakete an Investoren führte in der Vergangenheit in vielen Städten und Gemeinden zu unklaren Entwicklungsperspektiven und schlechten Zuständen der Bahnhofsgebäude mit negativen Folgen für die Stadtentwicklung. Deshalb muss die Bahnhofsentwicklung immer zusammen mit den Gemeinden durchgeführt werden!

Zum Hintergrund:

Die DB AG hat angekündigt, im Bereich des Regionalverkehrs bundesweit bis zu 350 neue Haltepunkte einzurichten, wo es sich aufgrund des erwarteten Kundenaufkommens anbietet. Das Ziel der Planung ist es, mit den Haltepunkten bis zu zwei Mio. Einwohner zusätzlich für das Verkehrssystem „Bahn“ zu erschließen.

Die DB AG macht die Verwirklichung neuer Standorte von einer Beteiligung der Länder an den Kosten für neue Haltestellen abhängig. Das Unternehmen rechnet mit Kosten zwischen 1 und 2 Mio. Euro pro Haltepunkt. Die Länder sollen nach den Plänen der Bahn hierfür einen Teil der sog. Regionalisierungsmittel einsetzen, was der DStGB ablehnt, weil dies zulasten des bisherigen Verkehrsangebotes gehen würde. Die Regionalisierungsmittel erhalten die Länder für die Finanzierung des Verkehrsangebotes im Schienenpersonennahverkehr.

(DStGB-Pressemitteilung)

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