Schwerpunkte

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2016-06-09
Fahrrad und Einkaufen – eine gewinnbringende Ergänzung
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Die Vorteile der Erreichbarkeit des Einzelhandels mit dem Auto werden überschätzt. So bleiben bedeutsame Entwicklungspotenziale für die Städte ungenutzt. Tatsächlich legen Studien nahe, dass die Umsatzanteile von radfahrenden Kunden höher als die von autofahrenden Kunden sind. Mitentscheidend für das Einkaufsverhalten ist ein störungsfreier Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität.

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern hat das Verhältnis des Verkehrsmittels Fahrrad zum Einkaufen untersucht und vorliegende Studien dazu vergleichend ausgewertet. Das interessante Ergebnis ist: Fußgänger und Radfahrer bringen jeweils mehr Umsatz als Autofahrer, wenn die Bedingungen stimmen. Die Veränderungen im öffentlichen Raum können die Quartiere aufwerten und den Einzelhandel stärken.

Ergänzend wurden auch Untersuchungen betrachtet, die sich mit den Auswirkungen der Fahrradnutzung auf betriebliche Kosten für Mitarbeiter und auf den Einsatz von Lastenrädern im Lieferverkehr bezogen.

Auch hier zeigen sich Vorteile einer stärkeren Fahrradnutzung: Die Anzahl der Krankentage in Belegschaften sinkt, die Fitness steigt. Die Kosten für Fahrradstellplätze liegen bei einem Zehntel von Pkw-Stellplätzen.

Die Erkenntnisse sind übersichtlich zusammengestellt in der Broschüre „WirtschaftsRad – Mit Radverkehr dreht sich was im Handel“ der AGFK Bayern. Die Schrift stellt auf 12 Seiten die wesentlichen Zusammenhänge dar und kann unentgeltlich von der Internetseite www.agfk-bayern.de aus dem Dokumentenbereich heruntergeladen werden.

Einschätzung des DStGB

Die Broschüre ist bemerkenswert, da sie Informationen für ein Thema, welches in vielen Städten und Gemeinden kontrovers diskutiert wird, bereitstellt. Sicher sind die Erkenntnisse nicht pauschal und in jedem Falle auf die örtliche Situation zu übertragen, aber sie sind geeignet, die örtliche Situation tatsächlich zu prüfen und Potenziale des Radverkehrs für die Städte und Gemeinden sachlich zu bewerten. Daraus ergeben sich nach unserer Auffassung erhebliche Chancen, die Attraktivität der Kommunen zu erhöhen und mit kommenden Herausforderungen der Verkehrspolitik im Wandel zu einer Mobilitätspolitik umzugehen.

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