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2015-05-29
Neue Grundlagenseminare zum Thema Sicherheit bei Großveranstaltungen
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Die Akademie für Krisenmanagment, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) bietet auch 2016 wieder Weiterbildungen zum Thema "Sicherheit bei Großveranstaltungen" an. Mit Hilfe eines interdisziplinären und praktischen Ansatzes erlernen die Teilnehmer das richtige Verhalten und die korrekte Planung von verschiedene realitätsnahe Situationen. Das Konzept wurde seit 2012 entwickelt und kommt dem großem Schulungsbedarf im Bereich Sicherheitsmanagment und Großveranstaltungen entgegen.
Im Rahmen des BMBF-geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojektes „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ entwickelte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit weiteren Partnern eine interdisziplinäre Grundlagenausbildung zur „Sicherheit bei Großveranstaltungen“. Nach dem kürzlich hierzu das letzte Pilotseminar an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfand, sind für das Jahr 2016 mindestens zwei Kurse im Seminarangebot der AKNZ vorgesehen. Der DStGB sieht erheblichen Schulungsbedarf in diesem Bereich und begrüßt das Angebot dieser Seminare durch die Akademie für Krisenmanagement des Bundes.

Während der Projektlaufzeit von 2012 bis 2015 entwickelte das Team „Ausbildung“ des Projektes „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“ verschiedene Konzepte, um die sichere Planung, Genehmigung, Durchführung und Nachbereitung von Großveranstaltungen zu fördern. Ein Ergebnis daraus ist das einwöchige Seminar „Interdisziplinäre Grundausbildung zur Sicherheit bei Großveranstaltungen“ an der AKNZ, das inzwischen viermal im Pilotstatus durchgeführt wurde. Zielgruppe dieses organisationsübergreifenden Seminares sind alle an Veranstaltungen beteiligten Akteure. Dazu gehören neben den Veranstaltern selbst, den Sicherheits- und Ordnungsdiensten und den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) auch die Planungs- und Genehmigungsbehörden auf kommunaler Ebene.

Parallel zu allen durchgeführten Pilotseminaren führte ein externer Partner eine Evaluation durch. Die Ergebnisse daraus wurden in die Weiterentwicklung des Angebotes mit einbezogen. Hierauf basierend wurde die Schulung noch einmal weiterentwickelt, um die Vermittlung praktischer Kompetenzen in der interorganisationalen Zusammenarbeit weiter in den Vordergrund zu rücken.

Unter den 15 Teilnehmern des letzten Kurses fand ein reger Austausch zwischen den einzelnen Gewerken statt, der das Verständnis für die Belange der jeweils anderen Akteure förderte. Die Interdisziplinarität zeigte sich auch bei der Auswahl der Dozenten. Es konnten Experten mit langjähriger Erfahrung in der Veranstaltungssicherheit zur Vermittlung der theoretischen und praktischen Inhalte gewonnen werden.
Am ersten Kurstag erhielten die Teilnehmer eine Einführung in die Sicherheitsplanung. Anschließend mussten sie bereits ihre Teamfähigkeit bei einer praktischen Übung unter Beweis stellen. Der Vormittag des zweiten Seminartages stand im Zeichen des Risikomanagements und der Notfallplanung. Nach einer weiteren Unterrichtseinheit zum Thema Raumplanung, Crowd Dynamics und Infrastruktur fuhren die Seminarteilnehmer gemeinsam zum Nürburgring um sich dort über die Sicherheitsplanung bei Großveranstaltungen wie dem Formel 1-Grand Prix oder dem Festival „Rock am Ring“ zu informieren.
Bei den Seminarteilen ab Mittwoch lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung praktischer Kompetenzen in der Teamarbeit, der Kommunikation unter den Beteiligten und der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Dazu wurde der Kurs in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen erhielten eine Beschreibung für eine fiktive Jubiläumsveranstaltung auf dem Gelände der AKNZ mit einem bunten Programm wie einer Show für Kinder, einem Aktionsbereich und einem abschließenden Schlager-Konzert am Abend. Das dazu gehörige lückenhafte Sicherheitskonzept musste anschließend überarbeitet werden. Dabei konnten die Gruppenmitglieder ihre spezifischen Fachkenntnisse einbringen. Während der gesamten Arbeitsphase begleiteten Coaches die Seminarteilnehmer.
Nach einer abschließenden Abstimmung und Evaluation der Planungsarbeiten am Nachmittag fand am nächsten Seminartag eine Übung zur Arbeit in der veranstaltungseigenen Koordinierungsstelle statt. Die Gruppen bekamen hierfür umfassende Mittel zur Kommunikation und Visualisierung wie Telefone, Notebooks mit Internetzugang, Beamer, Pinnwände, Whiteboards und Flipchart zur Verfügung gestellt. Eine Übungsleitung spielte dann in Echtzeit Ereignismeldungen aus dem fingierten Veranstaltungsumfeld ein. Auf diese Entwicklungen mussten die Gruppen, wieder unterstützt durch ihre Coaches, reagieren. Die Bandbreite der Ereignisse reichte von verloren gegangenen Kindern, gestohlener Ausrüstung des Sanitätsdienstes, einer unklaren Wetterentwicklung und schließlich einem großflächigen Stromausfall im Bereich des Veranstaltungsgeländes. Ziel dieser Ausbildungseinheit war es, sowohl die Kommunikation als auch die Entscheidungsfindungsprozesse in einem interdisziplinären Arbeitsumfeld unter gruppendynamischer Einwirkung zu erleben. Im Anschluss an die Gruppenarbeit fand am Nachmittag eine Nachbesprechung statt. Abgerundet wurde der Kurs am Freitag durch die Darstellung der Möglichkeiten von Simulationstechniken für Besucherströme sowie von Einrichtungen zur Psychosozialen Notfallvorsorge.

Die Rückmeldungen bescheinigten dem Seminar einen hohen praktischen Nutzen. Die Weiterentwicklungen entspreche dem Bedarf, der in den vorangegangenen Kursen geäußert wurde, entsprachen, hieß es. Es konnte hiermit ein Seminarkonzept für die praktische Arbeit der privaten und öffentlichen Akteure bei Großveranstaltungen entwickelt werden. Der Bedarf an dieser Ausbildung zeigte sich auch an den Anmeldungen, die die Kapazitäten der durchgeführten Pilotseminare jedes Mal deutlich überstiegen. Daher ist geplant die Ausbildung fest in den Seminarplan der AKNZ zu integrieren, sodass 2016 mindestens zwei Kurse angeboten werden können.


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