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2015-01-29
Studie zur „Weiterentwicklung großer Wohnsiedlungen“ vorgelegt
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat Anfang Januar 2015 eine Studie zur Weiterentwicklung großer Wohlsiedlungen in Deutschland veröffentlicht. Die Studie wurde zusammen mit dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V. erarbeitet.

Den vorgelegten Studienergebnissen zufolge sind große Wohnsiedlungen enorm wichtig für viele Städte, denn sie sind meist die Quartiere mit dem preisgünstigsten Wohnraum. Durch Großsiedlungen kann der Bevölkerung bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden, was Einkommensschwächere unterstützt und nicht zuletzt dem sozialen Frieden dient. Problematisch zeigt sich der Studie zufolge indes der erhebliche Investitionsbedarf. 

Dieser wird in den großen Wohnsiedlungen – gemessen an realistischen Zielquoten für die Modernisierung und eventuell Neubau – für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 auf 56 Mrd. Euro geschätzt. Hierin sind noch keine Investitionen in die soziale und technische Infrastruktur im Wohnumfeld enthalten. Diesem Bedarf stehen derzeit bereits absehbare Investitionsabsichten mit einem Volumen von 33 Mrd. Euro gegenüber.

Große Wohnsiedlungen haben oft ein schlechtes Image, das mit dem Siedlungsalltag meist wenig zu tun hat. Entgegen ihrer zahlreichen – oft negativen – Darstellung in den Medien, genießen solche Siedlungen noch selten einen hohen Stellenwert in der Stadtentwicklungsplanung. Dies sollte sich laut Difu ändern. Den größten Einfluss haben hierbei die Eigentümer der Siedlungen: Die kommunalen und privaten Wohnungsunternehmen, Genossenschaften sowie private Eigentümergemeinschaften und Wohnungseigentümer. Diese sind gefragt, die Wohnsiedlungen als attraktive Lebensräume und Alltagsorte zu entwickeln. Neben der Erneuerung der Gebäude umfasst dies vor allem auch das Wohnumfeld, die Funktionsmischung und auch die Infrastruktur. Auch die Beziehung zur Gesamtstadt muss in der Planung berücksichtigt werden.

Vor dem Hintergrund des angespannten Wohnungsmarktes in Städten und Gemeinden müssen Gesellschaft, Politik und Investoren künftig auch bestehende Potenziale für Wohnungsneubau (Flächen, Aufstockungen) der Großsiedlungen noch stärker ins Blickfeld nehmen.