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2015-02-10
Ergebnisse der EU-Konsultation zu Trinkwasserrichtlinie und Trinkwasserqualität liegen vor
Die EU-Kommission hat die ersten Ergebnisse der Konsultation zur Trinkwasserrichtlinie und Trinkwasserqualität veröffentlicht. Nach der Auswertung der rund 5.900 Rückmeldungen zeigt sich, dass die Verbraucher mit der Qualität der Trinkwasserversorgung zufrieden sind, sich allerdings mehr Transparenz wünschen. Rund 38 Prozent der Rückmeldungen kamen aus Deutschland.

Insgesamt gingen bei der EU-Kommission 5.908 Antworten ein, wovon 670 Antworten auf Verbänden und Interessensvertretungen entfielen. Mit 2.228 Antworten kamen etwa 38 Prozent der gesamten Rückmeldungen aus Deutschland, gefolgt von 16 Prozent aus Frankreich, 6,5 Prozent aus Spanien und 6 Prozent aus Österreich. 60 Prozent der Antwortenden leben in urbanen Regionen und entsprechend geben 71 Prozent an, dass sie in einem Wasserversorgungsgebiet mit mehr als 5.000 angeschlossenen Kunden liegen. 

  • Knapp 60 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie sich über die Qualität ihres Trinkwassers gut informiert fühlen. 23 Prozent teilen diese Ansicht nicht. 73,5 Prozent sind der Ansicht, dass die Qualität des Trinkwassers in ihrem Versorgungsgebiet gut ist, für die europaweite Einschätzung liegt der Wert dagegen nur bei 15,8 Prozent. 56 Prozent nutzen das Trinkwasser zum Trinken direkt aus dem Wasserhahn.
  • Knapp 82 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Trinkwasser guter Qualität an ihrem Wohnort gut zugänglich ist, nur 23 Prozent glauben aber, dass dies europaweit der Fall ist.
  • Knapp 70 Prozent der Antwortenden geben an, dass das Trinkwasser an ihrem Wohnort erschwinglich ist. Die Frage, ob ihrer Einschätzung nach die Wasserpreise europaweit angemessen sind, haben dagegen nur 17 Prozent der Befragten mit ja beantwortet, weitere 38 Prozent geben an, dies nicht beurteilen zu können.
  • Mit dem Preis-/Leistungsverhältnis an ihrem Wohnort sind 63 Prozent der Teilnehmer zufrieden. Nur 10,6 Prozent der Antwortenden halten die Angemessenheit des Preis-/Leistungsverhältnisses aber europaweit für gegeben.
  • Bei der Frage nach potenziellen Verschmutzungsquellen für das Trinkwasser steht mit 85 Prozent die Landwirtschaft an erster Stelle, dicht gefolgt von Verschmutzung durch die Industrie. Auch die potentielle Verschmutzung durch die Erkundung von Kohlenwasserstoffen (Schiefergas) wird mit 73 Prozent als hoch eingeschätzt. Die Verschmutzung durch menschlichen Gebrauch und unzureichende Abwasserbehandlung erreicht knapp 78 Prozent.
  • Bei der Auswertung zu Qualitätsstandards in der Trinkwasserrichtlinie (insbesondere hinsichtlich der Parameter) spricht sich über die Hälfte der Befragten für eine Revision der Liste aus, auch wenn dies mit Wasserpreissteigerungen verbunden sei. Bezüglich notwendiger Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle der Trinkwasserqualität sind 80 Prozent der Meinung, dass die Kontrollen transparent und online zugänglich sein sollten.
  • Bezüglich des Inhaltes der Verbraucherangaben wünschen sich über die Hälfte der Befragten leicht verständliche Informationen darüber, dass die Trinkwasserqualität den Vorgaben entspricht und eine Veröffentlichung sämtlicher Daten über die Einhaltung der wesentlichen Parameter. 70 Prozent sind hier der Meinung, dass diese Informationen öffentlich zugänglich sein sollten. Wenn die Qualitätsstandards nicht eingehalten werden wünschen sich 82 Prozent der Befragten eine umgehende Benachrichtigung mithilfe moderner Kommunikationsmittel. Gleichzeitig wünschen sich 80 Prozent Abhilfemaßnahmen durch Ergänzung präventiver Maßnahmen, d. h. Vorbeugung lange bevor eine kritische Situation entsteht.

Die EU-Kommission plant, die Ergebnisse im Einzelnen zu analysieren und zu prüfen, ob und inwieweit eine Änderung der Trinkwasserrichtlinie notwendig ist. Vor allem steht hier die Auswertung der frei formulierbaren Anmerkungen der Konsultation noch aus. 

[Quelle: VKU, 02.02.2015]

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