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2017-03-08
Flächen sind das Fundament wirtschaftlicher Entwicklung
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Unter dem Titel „Endliche Flächen, unendliche Nachfrage: wie geht eine Kommune damit um?“ haben der Deutsche Städte- und Gemeindebund und ExperConsult am 21.2. in Berlin ihr drittes gemeinsames Wirtschaftsförderungsseminar durchgeführt.

Obwohl in vielen Kommunen die Flächennachfrage das Angebot erheblich übersteigt, ist oft unbekannt, wo welche Flächen mit welcher Qualität tatsächlich verfügbar sind. Oft ist die bekannte Hektarangabe ausgewiesener Gewerbeflächen nicht aussagekräftig. Viele Flächen sind tatsächlich nicht am Markt verfügbar, weil sie als Reserveflächen von Unternehmen „geparkt“ sind, weil sie sich nicht im Besitz der Städte und Gemeinden befinden, von der Lage und/oder Größe nicht geeignet sind oder noch nicht über die aktuell als notwendig angesehenen Anschlussqualitäten (Breitband!) verfügen. Für eine strategische Nutzungsplanung sind darüber hinaus weitere Informationen nötig, die nicht überall vorliegen. Wer (welche Branche) hat wann zu welchem Preis Grundstücke gekauft? Welche Anfragen haben keine Nachfrage ausgelöst? Abhilfe können schon vergleichsweise einfache Datenbanken schaffen, die aber stets aktuell sein müssen, um schnell Auskunfts- und Entscheidungsfähig zu sein.

„Neue“ Flächen zu schaffen ist eine Möglichkeit, den Bestand zu erweitern. Dafür können besonders alte Brachflächen oder untergenutzte Flächen in Frage kommen. Oft sind die Revitalisierungschancen da, wenn die Vermarktung und Aufwertung einem Konzept folgt. Dieses muss mit einer klaren politisch mitgetragenen Zielrichtung verbunden werden, die die regionale Branchenentwicklung aufnimmt. Die Erfahrung zeigt, dass auch Neuansiedlungen in über 85% der Fälle aus der Region im Umkreis von ca. 100 Km kommen. Die gewachsenen regionalen Cluster geben daher in der Regel auch die möglichen Entwicklungspfade vor. Dabei dürfen natürlich gewollte neue Entwicklungen nicht aus dem Blickfeld geraten, denn sonst sind die Kommunen den Anforderungen des aktuellen Bedarfes ausgeliefert, auf die sie reagieren müssen. Drastisch ausgedrückt: Wer heute keine Strategie für die Zukunft hat, muss morgen den unternehmerischen Bedarfen von Betreuungseinrichtungen und Pflegekassen nachkommen, weil diese Branche wegen des demografischen Wandels eine wachsende Branche ist. Offen ist aber, ob damit der nötige Mehrwert für die örtliche und regionale Entwicklung geschaffen werden kann.

Einen weiteren Schwerpunkt beim Seminar bildete die Diskussion um interkommunale Zusammenarbeit, die in den vorgestellten Praxisbeispielen immer wieder auftauchte. Ein Thema, welches auch in der Praxis nicht immer positiv besetzt ist – aber positiv besetzt sein sollte. Nur durch überörtliche Zusammenarbeit kann sichergestellt werden, dass der Nutzen aus einer strategischen Gewerbeflächenpolitik allen Beteiligten zu Gute kommt. Zusammenarbeit verfolgt dabei mehrere kommunale Ziele gleichzeitig, unter anderem:

    • Den Unternehmen können die jeweils geeigneten Flächen angeboten und die Unternehmen damit in der Region gehalten werden.
    • Die Arbeitsplätze bleiben damit in der Region, Arbeitnehmer brauchen nicht umziehen und Gemeinden erhalten über die Einkommensteuerpauschale Zuweisungen.
    • Gemeinden können durch gezielte Bereitstellung der Gewerbeflächen städtebauliche Entwicklung steuern und (z.B. soziale) Infrastruktur günstiger bereitstellen.
    • Verkehrsinfrastruktur und -aufkommen kann verteilt und Belastungen daraus gesenkt werden.

    So können die kooperierenden Partner gemeinsam stärker werden, statt ihre Ressourcen dafür einzusetzen, sich gegen Nachbarn zu behaupten.

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