Statement

Kinder und Jugendliche stärker in den Blick nehmen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine deutliche Beschleunigung der Impfkampagnen. In den letzten Wochen hat die Zahl der Impfungen erfreulicherweise deutlich zugenommen. Über 33,7 Mio. Bundesbürger haben bereits zumindest eine Erstimpfung erhalten, was einer Quote von 40,6 Prozent entspricht. Davon haben bereits knapp 12,3 Mio. Bürgerinnen und Bürger ihre Zweitimpfung erhalten. Wenn wie geplant am 7. Juni 2021 die Priorisierung entfällt und auch die Betriebs- und Privatärzte eingebunden werden, müssen Bund und Länder zusätzliche Impfdosen bereitstellen. Natürlich kann nicht jeder sofort geimpft werden, aber es gibt noch viel Luft nach oben. Daher müssen Bund und Länder ihre Anstrengungen weiter intensivieren. Ziel muss es sein, im Juli 2021 60 Mio. Bundesbürgerinnen und Bundesbürger geimpft zu haben.

Viel stärker müssen wir die Kinder und Jugendlichen in den Blick nehmen. Sie dürfen nicht die Verlierer der Pandemie sein. Dazu gehört, in den Sommerferien die Zeit zu nutzen, um die Hygienestandards in den Schulen zu verbessern und auch die Testverfahren müssen im neuen Schuljahr fortgesetzt werden, so dass flächendeckend wieder Präsenzunterricht möglich ist. Wenn wie zu erwarten BioNTech und ggf Moderna auch für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen wird, ist das eine große Chance, die sicher viele Eltern und Jugendliche gerne ergreifen werden. Entscheidend ist natürlich, für die Ärzte, aber auch für die Eltern und die Kinder, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Wenn diese – wie zu erwarten – zunächst nur eine Impfung von Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen befürwortet, sollte wenigstens für diese Gruppe entsprechender Impfstoff - analog zu den anderen Priorisierungsgruppen in der Bevölkerung - reserviert werden. Da in Kanada und in den USA schon seit Wochen Kinder ab zwölf Jahren geimpft werden, wird sich Datenlage hoffentlich schnell verbessern, so dass die Ständige Impfkommission für alle Jugendliche dann eine Empfehlung aussprechen kann.

Gut ist, dass der digitale Impfausweis in Deutschland kommen wird. Hier ist ein gewisser Aufwand erforderlich, da wir – anders als andere Staaten – kein zentrales Impfregister haben. Wenn spätestens ab Juli die über 18.000 Apotheken und die 44.000 Hausarztpraxen sowie die Impfzentren den digitalen Nachweis erstellen können, wird das funktionieren. Da weiterhin der gelbe Impfausweis in Kombination mit dem Personalausweis auch bei Reisen ins Ausland seine Bedeutung haben wird, wird sich der Run auf die Digitalisierung in Grenzen halten. Dennoch ist es ein gutes Signal, dass der digitale Impfausweis, wie er in Deutschland eingeführt werden wird, auch den europäischen Anforderungen genügt.

Die Ungeduld vieler Menschen ist verständlich, aber jeder weiß, dass fälschungssichere Nachweise, die auch dem Datenschutz entsprechen, natürlich Organisation und Zeit brauchen. Entscheidend wird weiterhin sein, dass die Strategien sowohl beim Impfen von Erwachsenen und Kindern, aber auch beim digitalen Impfausweis immer wieder den Menschen verständlich kommuniziert werden. also weniger ein Wirrwarr von unterschiedlichen Vorschlägen, sondern eine einheitliche Linie. Gerade die Bundesnotbremse hat gezeigt, dass dies das richtige Konzept ist.

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