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Energiewende

2019-11-30
Wie gelingt die urbane energiewende
© dena

Die deutsche Energieagentur (dena) hat den Abschlussbericht ihres Projekts zur urbanen Energiewende vorgestellt. Ausgehend von einer breiten Bestandsaufnahme werden in einem Katalog der Handlungsoptionen mehr als dreißig Projekte vorgestellt. Daneben liefert das Dokument zahlreiche Handlungsvorschläge an Politik und Verwaltung, wie die Energiewende in urbanen Räumen gelingen kann. Wichtiges Ergebnis der Studie ist die Forderung an die Politik, dass Netzwerke von Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, welche die urbane Energiewende gemeinsam gestalten, künftig förderfähig sein sollten. Der DStGB hat an der Studie mitgewirkt.

Eine zentrale Erkenntnis des Projekts ist, dass die sektorenübergreifende Vernetzung der maßgeblichen Akteure aus den Bereichen Energieerzeugung, Verkehr und Wohnen maßgebliches Erfolgskriterien ist. Die Städte haben hierbei eine Schlüsselrolle, sowohl was die Zusammenarbeit innerhalb der Stadt und ihren Unternehmen als auch was die Einbeziehung der Stadtgesellschaft und der Wirtschaft ist. Zentral ist ferner die Erkenntnis, dass Stadt und Land bei der Energiewende aufeinander angewiesen sind. So kann beispielsweise ein Überangebot im ländlichen Räumen erzeugter erneuerbarer Energien beispielsweise mithilfe der Power-to-Heat Technologie dazu beitragen, die überschüssige Energie in Wärme umzuwandeln und die urbane Wärmewende voranzubringen. Weiterer Vorteil ist, dass die Energie nicht abgeregelt werden muss, was zu Kostenoptimierungen um Gesamtsystem führt.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass besonders in den Sektoren Wärme und Verkehr, die einen erheblichen Anteil der deutschen Treibhausgasemissionen verantworten (Gebäude ca. 14 Prozent, Verkehr ca. 19 Prozent), erheblicher Handlungsbedarf besteht. Die gute Nachricht ist jedoch: Gerade in diesen Bereichen bieten Städte viele Möglichkeiten, Emissionen einzusparen. So hat sich die Stadt Halle zum Beispiel mit ihrer Energie-Initiative Halle vorgenommen, durch eine Vielzahl von Projekten bis 2040 eine weitgehende Dekarbonisierung der Fernwärme zu erreichen. Im Energiesektor haben Städte ihre ganz eigenen Herausforderungen, da in den Metropolen schlicht nicht genügend Flächen für die Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie zur Verfügung stehen. Hier zeigt die Praxis, dass Smart City Lösungen erheblich zur Reduktion von Emissionen beitragen können: Beispielsweise werden in der Stegerwaldsiedlung in Köln-Mühlheim 1.400 Wohnungen mit 80.000 Quadratmeter Wohnfläche saniert. Hier wird Wärme durch Luft- Wärmepumpen erzeugt, die mit dem Strom von den auf den Dächern neu installierten Solaranlagen betrieben werden. Eine Mobilitätsstation bietet den Menschen der Siedlung (auch Elektro-) Autos in verschiedenen Klassen und (auch Elektro-) Leihräder an.

Die Studie ist auf der Seite der dena abrufbar.

Foto: © dena // dena-Kongress 2019

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