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ÖPNV

2020-08-19
Deutschland soll wieder einsteigen
© VDV
Gemeinschaftskampagne #BesserWeiter wirbt um Vertrauen für den Nahverkehr. Nach dem coronabedingten Lockdown steigen deutschlandweit die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen nur langsam wieder an. Deshalb intensivieren die Verkehrsunternehmen zusammen mit den politischen Akteuren im Bund, in den Ländern und in den Kommunen ihr Engagement, um möglichst schnell wieder viele Fährgäste zurückzugewinnen. Die Gemeinschaftskampagne #BesserWeiter wirbt in den nächsten Monaten verstärkt um Vertrauen und für eine Rückkehr der Fahrgäste. Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder das Vorkrisenniveau an Fahrgastzahlen zu erreichen, um weitere Einnahmenverluste der Branche zu vermeiden und die Klimaschutzziele im Verkehrssektor nicht zu gefährden.

Dem öffentlichen Verkehr zu alter Stärke verhelfen 

Bund und Länder hatten sich schon frühzeitig auf einen Rettungsschirm in Milliardenhöhe verständigt, um die durch den Fahrgastrückgang entstandenen hohen Einnahmenverluste für die Verkehrsunternehmen sowie die Städte und Kreise als deren Eigentümer auszugleichen. Die Gemeinschaftskampagne soll jetzt ebenfalls dazu beitragen, dem in den vergangenen Jahren boomenden öffentlichen Nahverkehr rasch wieder zu alter Stärke zu verhelfen. Anke Rehlinger als Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz und Verkehrsministerin des Saarlands: „Der Nahverkehr in Deutschland ist systemrelevant. In der Corona-Krise hat sich der ÖPNV als krisenfest erwiesen, das haben Bund, Ländern und Kommunen auch finanziell abgesichert. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wollen wir Vertrauen in Bus und Bahn zurückgewinnen, denn der ÖPNV gehört zum Alltagsleben in Deutschland zwingend dazu – beispielsweise um Schülerinnen und Schüler morgens zur Schule zu bringen und viele Tausende täglich zur Arbeit. Unser Nahverkehr ist sicher, komfortabel und trägt dazu bei, unser Klima und die Umwelt zu schützen.“

Der öffentliche Nahverkehr ist gerade in den Städten und Ballungsräumen das Herzstück einer nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität, meint Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.  Er erklärt, warum eine Rückkehr zu den Fahrgastzahlen der Vergangenheit für die Städte so wichtig ist. „Die Städte wollen trotz Corona einen leistungsstarken ÖPNV sichern, der die Menschen umweltfreundlich zur Arbeit, zum Einkaufen oder nach Hause bringt. Nur so wird uns die Verkehrswende gelingen: mit weniger Autofahrten, mehr Radverkehr und möglichst vielen Menschen, die Bus und Bahn nutzen. Corona darf die Verkehrswende nicht ausbremsen. Der ÖPNV ist nicht der Corona-Transporteur. Die Menschen müssen dem ÖPNV vertrauen können; dazu müssen wir uns alle an die Maskenpflicht halten und sie ernst nehmen. Masken machen den ÖPNV noch sicherer. Die meisten haben das verstanden.“

Darüber hinaus ist aber auch in den ländlichen Regionen ein verlässliches öffentliches Mobilitätsangebot unverzichtbar. Dort stehen die Verkehrsunternehmen und Kommunen ohnehin vor großen Herausforderungen bei der Bereitstellung und Finanzierung öffentlicher Mobilität. Corona hat diese Situation noch einmal verschärft. Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, unterstreicht den Stellenwert des öffentlichen Verkehrs. „Auch wenn die Nachfrage in der Krise zurückging, ist und bleibt der ÖPNV systemrelevant: in der Stadt und auf dem Land. Für Klimaschutz und mehr Lebensqualität vor Ort brauchen wir gemeinsame Investitionen von Bund, Ländern, Kommunen und Verkehrsunternehmen in die Infrastruktur, moderne Fahrzeuge, Digitalisierung und mehr Komfort.“

Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender von DB Regio, betont den gewachsenen Zusammenhalt der gesamten Branche durch die Corona-Pandemie: „Vor Corona können wir uns nur gemeinsam schützen. Die Deutsche Bahn informiert ihre Fahrgäste umfassend und setzt Präventionsteams ein, um weiterhin für die Risiken zu sensibilisieren. Wenn sich alle an Hygieneregeln und Maskenpflicht halten, was die Mehrheit gewissenhaft macht, kommt jeder gesund ans Ziel. Das Fehlverhalten einer kleinen Minderheit von Maskenverweigerern ist nicht akzeptabel. Daher wird verstärkt kontrolliert und wir sind uns mit der Politik einig, dass Verstöße konsequent geahndet werden müssen“, so Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender von DB Regio. Er bedankte sich ausdrücklich auch bei der öffentlichen Hand für ihr proaktives Engagement.

Birgit Münster-Rendel, Vorsitzende der VDV-Landesgruppe Ost und Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe, unterstreicht das Engagement der Branche für einen sicheren Nahverkehr. „Die obersten Ziele der durch die Verkehrsunternehmen ergriffenen Maßnahmen sind der Gesundheitsschutz aller Fahrgäste und die Unterstützung der Maßnahmen der Länder zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus. Um unseren Fahrgästen weiterhin ein positives Sicherheitsgefühl zu vermitteln, machen regelmäßig geschaltete Hinweisansagen innerhalb der Fahrzeuge auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufmerksam. Darauf verweisen auch Piktogramme auf den Fahrzeugtüren sowie Aushänge an jeder Haltestelle. Kontrolliert wird die Tragepflicht über die regelmäßig durchgeführten Fahrausweisprüfungen, auch hier werden die Fahrgäste auf die Tragepflicht hingewiesen.“

Im Herbst soll das Werben um das Vertrauen der Fahrgäste noch einmal neue Impulse erhalten. Dann ist eine deutschlandweite Bekennerkampagne geplant unter der Überschrift: Ich bin Wiedereinsteiger. Denn das entscheidende Ziel für die an der Kampagne beteiligten Partner ist, dass die Menschen deutschlandweit wieder in Busse und Bahnen einsteigen.

Foto: © VDV

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