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Verkehrspolitik

2020-07-07
Motorradlärm reduzieren
Foto:  © www.allover.ccKarl Thomas - stock.adobe.com

Der DStGB spricht sich dafür aus, den Motorradlärm zu reduzieren, aber auf Verbote und zusätzliche Bürokratie zu verzichten. Fahrer und Hersteller sollen in die Verantwortung genommen werden.

In Deutschland gibt es 4,5 Mio. Krafträder (Stand 01.01.2020) und knapp 16,5 Mio. Personen mit entsprechender Fahrerlaubnis. Die deutsche Motorradbranche setzt pro Jahr 11,6 Mrd. Euro um und umfasst etwa 130.000 Arbeitsplätze.

Die ganz große Mehrheit der Motorradfahrer/innen verhält sich besonnen und beachtet die Regeln. Gleichwohl fühlen sich viele Menschen in den entsprechenden Regionen durch den Verkehrslärm belästigt. Der von den Motorrädern ausgehende Lärm wird häufig als Störfaktor am Wochenende empfunden.

Der vom Bundesrat vorgeschlagene Weg, mit beschränkten Motorradfahrverboten an Sonn- und Feiertagen ist nicht der richtige Ansatz. Ein besserer Lärmschutz kann auch funktionieren, ohne eine solche gravierende Einschränkung von Mobilität vor-zunehmen. Statt eines kollektiven Fahrverbotes ist es sinnvoller, die Kontrollen zu verstärken, um gegen die tatsächlichen Verursacher vorzugehen. Motorradfahrer/innen, die bewusst mit hoher Drehzahl manipulieren oder mit nicht zugelassenen Auspuffanlagen unterwegs sind, sollten kontrolliert und entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden. Das gibt das bestehende Recht bereits her.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund schlägt einen „Runden Tisch Motorrad-lärm“ beim Bundesverkehrsministerium vor. Hier sollten neben den Kommunen auch die Hersteller eingebunden werden, welche sich zum Beispiel freiwillig verpflichten könnten, leisere Motoren zu produzieren. Auch sollte in diesem Rahmen über eine Anpassung der Geräusch-Emissionsgrenzwerte gesprochen werden. So kann bereits eine Drosselung der Grenzwerte um zwei bis drei Dezibel das Lautstärkeempfinden halbieren. Um die reale Geräuschentwicklung besser abzubilden, sollte bei der Zulassung von Fahrzeugen der lauteste Betriebszustand stärker berücksichtigt werden. Dieses wäre langfristig auch im Eigeninteresse der Industrie, denn kommt es zu immer weiteren Einschränkungen im Straßenverkehr, sinkt die Attraktivität des Motorradfahrens weiter.

Die Aktion sollte mit einer entsprechenden Öffentlichkeitskampagne – mitgetragen von den Motorradverbänden – begleitet werden.

Es ist ein Vorurteil, dass Motorradfahrer/innen grundsätzlich „laute Maschinen“ fordern. Der überwiegenden Mehrheit geht es um das Fahrerlebnis und nicht darum, „Krach zu machen“.

Gerade in „Corona-Zeiten“ sollte auch nicht außer Betracht bleiben, dass die Motor-radgruppen gerade in der Sommerzeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Hotels und Gaststätten in den entsprechenden Regionen sind.

Deutschland hat in allen Bereichen gute Erfahrungen gemacht, Konflikte im Konsens zu lösen und nicht immer nur auf das Ordnungsrecht zu setzen.

Foto:  © www.allover.ccKarl Thomas - stock.adobe.com

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