Statement

Impfungen weiter beschleunigen

Wenn wir die Pandemie besiegen wollen, muss das Impftempo weiter beschleunigt werden. Dazu gehören Impfangebote ohne Termine – wie sie teilweise schon praktiziert werden – und mobile Impfteams, die insbesondere in Problemvierteln unkompliziert Angebote unterbreiten, nach Möglichkeit auch durch eine Einmalimpfung mit Johnson & Johnson. Dazu gehört zusätzlich regelmäßige Informations- und Überzeugungsarbeit auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene, dass trotz der niedrigen Inzidenzzahlen die Pandemie leider nicht vorbei ist.

Alle Menschen haben die Lockdowns als schwierigen Einschnitt in ihr Leben empfunden und auch für die Wirtschaft waren das tiefgreifende Belastungen. Wir müssen alles unternehmen, um im Herbst weitere Lockdowns zu vermeiden und auch den Präsenzunterricht in Schulen und die Betreuung der Kinder in den Kitas im Herbst zu sichern. Auch wenn wir uns wiederholen: Überzeugungsarbeit, auch über die sozialen Medien, ist der einzige und richtige Weg.

Völlig kontraproduktiv wäre ein weiteres Bürokratiemonster durch Verhängung von Bußgeldern, wenn jemand einen Impftermin nicht wahrnimmt. Das wird viele Menschen davon abhalten, die vielleicht verunsichert sind, überhaupt einen Impftermin zu vereinbaren. Hinzu kommt, dass die Erreichbarkeit der Impfzentren nach wie vor teilweise schwierig ist und das Argument, ‚ich habe es telefonisch versucht, bin aber nicht durchgekommen‘, ein Bußgeld ausschließen dürfte. Gerade in der Pandemie haben wir – teilweise durchaus zu Recht – die Menschen mit Ge- und Verboten „geflutet“. Da sollte man nicht noch etwas draufsetzen. Es bindet Verwaltungskraft, die wir sinnvollerweise auf die Organisation von möglichst vielen Impfterminen konzentrieren sollten.

Gleichzeitig wäre es sinnvoll daran festzuhalten, dass eine vollständige Impfung Vorteile bringt, sei es bei einem Restaurantbesuch im Innenbereich, bei Hotelaufenthalten oder bei der Rückkehr aus dem Auslandsurlaub. Es sollte deshalb nach Möglichkeit vermieden werden, dass auch für vollständig Geimpfte Quarantänepflichten aufrechterhalten bleiben. Die Grundsätze „Abstand und Maskenpflicht“, dort wo viele Menschen eng beieinander sind, müssen bis auf weiteres auch für Geimpfte gelten. Alles andere wäre ohnehin kaum zu kontrollieren.

Gerade Jugendliche, die ein hohes Interesse haben, an Veranstaltungen teilzunehmen, werden ein Impfangebot schneller annehmen, wenn damit der Zugang zu derartigen Veranstaltungen erleichtert ist.

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