Impfen beschleunigen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine deutliche Beschleunigung der Impfungen. Die Impfung ist das einzige wirksame Mittel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Das geht leider immer noch zu langsam. In den Impfzentren bleiben teilweise Impfdosen liegen, weil gebuchte Termine nicht wahrgenommen werden. Auch die Problematik mit AstraZeneca spielt da eine Rolle. Teilweise haben die Länder auch eine Impfung erst vorgenommen, wenn sowohl die Impfdosen für die erste als auch für die zweite Impfung vorrätig waren. Das muss jetzt flächendeckend beendet werden. Zumal die Zahl der Lieferungen im April deutlich zunehmen wird. Angekündigt sind 15 Millionen Impfdosen für Deutschland für den Monat April.

Einige Länder, wie zum Beispiel das Saarland und Rheinland-Pfalz, sind diesen Weg von vorneherein gegangen. Das war richtig. Daraus ergeben sich unter anderem auch die Unterschiede in der Impfquote zwischen den Ländern. Während das Saarland bei 12 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfung vorgenommen hat, liegen Nordrhein-Westfalen mit 9,3 Prozent und Sachsen mit 8,7 Prozent am Ende der Skala.

Den entscheidenden Schub wird es erst geben, wenn die Haus- und Betriebsärzte eingebunden werden. Das sollte noch im April geschehen. Eine bestimmte Quote von  Impfdosen sollte generell an die Hausärzte geliefert werden. Sie kennen ihre Patienten und wissen auch, wer die gravierendsten Vorerkrankungen hat und möglichst schnell geimpft werden muss. Dabei sollten wir den Ärzten vertrauen. Umfangreiche Dokumentationspflichten, auch im Hinblick auf die Priorisierungsliste, sollten nicht angeordnet werden. Wenn die Lieferungen weiter zunehmen, müssen auch die Betriebsärzte die Möglichkeit erhalten zu impfen. Sie können binnen kurzer Zeit einen Großteil der Belegschaft versorgen. Betriebs- und Hausärzte haben jahrelange Erfahrung beim Impfen. Das müssen wir jetzt schneller nutzen. Wenn in einzelnen Impfzentren weiterhin ein Teil der Termine ausfällt, weil Menschen nicht zu vereinbarten Impfungen erscheinen, sollte auch überlegt werden, für diese Fälle eine schnelle und unkomplizierte Lösung, etwa über Nachrückerlisten, zu finden. Die Impfdosen gehören in die Arme und nicht in die Kühlschränke.