Der Schlüssel zur Integration liegt in den Städten

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Landsberg begrüßte die geplante Doppelpassregelung, betonte zugleich, dass der Pass letztlich das letzte Stück der Integration und nicht der Anfang sei. Der Schlüssel zur Integration liege in den Städten. Wichtig sei, eine Willkommenskultur zu bereiten und den Migranten die Möglichkeit zu geben, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Landsberg unterstrich die Bedeutung von Integrationskonzepten in den Städten, die regional unterschiedlich nach Bedarf ausgestaltet sein müssen. Von Ansprechpartnern, die das Herkunftsland kennen über die Mehrsprachigkeit von Dienstanweisungen im Rathaus – es gebe Handlungsmöglichkeiten in den Kommunen. Diese seien auch als Arbeitgeber gefragt. Immer mehr Städte und Gemeinden seien bemüht, über Anonymisierungen von Bewerbungen Diskriminierungen entgegenzuwirken. Umgekehrt werde aber auch versucht, den Anteil von Menschen im öffentlichen Dienst der Kommunen zu stärken. Dieses sei ein wichtiger Baustein zur Bürgerfreundlichkeit. Die Einführung von Quotenregelungen bewertete Landsberg kritisch. Entscheidend seien Eignung und Qualifikation –beispielsweise die körperliche Verfassung im Bereich der Ordnungsbehörden oder Feuerwehren. Gleichzeitig werde ein zunehmender Konkurrenzdruck im Kampf um die besten Köpfe mit der Wirtschaft spürbar, der sich auch in rückläufigen Bewerberzahlen bemerkbar mache.

Hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen wies der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes darauf hin, dass dieses nicht nur eine kommunale, sondern eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Deutschland nehme prozentual am meisten Asylbewerber auf. Für die Kommunen sei dies insbesondere ein finanzielles Problem: „Bund und Länder, die häufig in politischen Reden sehr großzügig sind, lassen die Kommunen zum Beispiel bei der medizinischen Versorgung dieser Flüchtlinge alleine, die teilweise schwerstens traumatisiert sind. Die Kosten landen bei der Kommune. Und jeder weiß, dass wir es auch sonst schon schwer haben, unsere gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen und dafür immer neue Schulden machen.“ Den Flüchtlingen müsse geholfen werden. Diese müsse allerdings solide gemacht und vernünftig finanziert werden.

Das Interview kann auf der Homepage der Deutschen Welle nachgelesen werden.

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