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Bürgermeisterinnen

2020-10-01
Frauen in  Kommunalpolitik massiv unterrepräsentiert
KOMMUNAL

Frauen sind in der Kommunalpolitik massiv unterrepräsentiert, das ergibt sich aus einer aktuellen Umfrage von forsa. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Anteil der Bürgermeisterinnen sogar gesunken und liegt bei 9 Prozent, in Städten mit über 20.000 Einwohnern sogar nur bei 6 Prozent. Dieser Zustand darf nicht länger hingenommen werden. Ein höherer Frauenanteil ist nicht nur aus demokratischen Gesichtspunkten wichtig. Frauen bringen Kompetenzen, Sichtweisen und Erfahrungen in die Kommunalpolitik ein, die unverzichtbar sind, um die örtliche Gemeinschaft zu stärken und Politik und Verwaltung zukunftsfest aufzustellen.

Die kommunale Ebene darf beim Thema Frauen in Führungspositionen dem gesellschaftlichen Diskurs und den Konzepten in Unternehmen nicht länger hinterherhinken. Auch die Städte und Gemeinden brauchen Strategien, um den Frauenanteil in den kommunalen Chefetagen zu erhöhen.
Insgesamt ist der Altersdurchschnitt der Bürgermeister*innen hoch. In den nächsten Jahren werden viele Ämter neu zu besetzen sein. Um neue junge Bürger*innen für die Kommunalpolitik zu gewinnen, müssen die Rahmenbedingungen attraktiver werden und vor allem auch mit dem Familienleben vereinbar sein – das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Die kommunalpolitischen Strukturen müssen insgesamt deutlich flexibler werden. Vor allem aber sind Frauen und Männer in Bürgermeisterämter aufgerufen, Vorbilder, Wegbereiter und Mutmacher zu sein, um Nachwuchs zu gewinnen.
Die repräsentative forsa-Umfrage rückt noch einen weiteren Aspekt in den Vordergrund, der zur besonderen Aufmerksamkeit mahnt: Fast 30 Prozent der befragten Frauen in Bürgermeisterpositionen haben im Wahlkampf persönliche, verbale Angriffe erlebt oder beklagen einen „schmutzigen Wahlkampf“. Bei den Männern liegt der Anteil bei 17 Prozent. Hier müssen wir als Gesellschaft allen Kandidaten und Amtsinhabern den Rücken stärken und entschlossen gegen jede Form der Diskriminierung und Verrohung eintreten. Nichts weniger als unsere Demokratie hängt davon ab, dass wir die Führungspositionen in unseren Städten und Gemeinden besetzen können und dass zwischen mehreren Kandidaten gewählt werden kann.

Die Studie zum Thema Frauen in kommunalpolitischen Führungspositionen wurde von EAF Berlin und der Zeitschrift Kommunal in Auftrag gegeben.

Foto: KOMMUNAL

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