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Digitalisierung

2020-08-24
Digitalisierung in der Pandemiebekämpfung vorantreiben
© natali_mis - stock.adobe.com

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund mahnt dringend an, die Digitalisierung in den Gesundheitsämtern und bei der Nachverfolgung von infektionsketten voranzutreiben. Bei über 2000 Neuinfektionen pro Tag droht in Deutschland eine zweite Welle der Corona-Pandemie. Dies wäre eine schwere Belastung für die Menschen und die Wirtschaft. Wenn wir das verhindern wollen, müssen die digitalen Möglichkeiten dringend verbessert werden.

Analoge Behelfslösungen, wie Erfassen von Adressen und Kontaktdaten auf Papier müssen ein Ende haben. Das dauert zu lange, ist nicht effektiv und zudem recht fehleranfällig. Die digitale Erfassung und Verarbeitung der Daten sowie die schnelle Mitteilung der Testergebnisse müssen zum Regelfall werden und nicht länger die Ausnahme sein.

Daher ist es auch nicht akzeptabel, dass immer noch ein großer Teil der Labore die Testergebnisse nicht digital übermitteln kann. Hier muss schnell eine Digitalisierungsoffensive eingeleitet werden, um wertvolle Zeit zu sparen und die Verfahren effizienter zu machen.

Es sollte nun sehr schnell auch die Möglichkeit eröffnet werden, die Corona App noch umfassender zur Pandemiebekämpfung zu nutzen. Über 17 Millionen Menschen haben diese App runtergeladen. Also sollte man mögliche Zusatzmodalitäten prüfen, wie etwa Nutzung zur Testerfassung und direkten Übermittlung der Ergebnisse auf digitalem Weg.

Die Lage ist ernst, die Entwicklung zeigt, dass wir wieder in eine bedrohliche Situation geraten können. Wir haben keine Zeit für langwierige Verfahren bis auch die letzten Bedenken ausgeräumt sind. Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten müssen digital erfasst und verpflichtend getestet werden, egal ob sie mit dem Flugzeug, per Bahn oder mit dem Auto zurückkehren. Gleichzeitig brauchen wir eine massive Öffentlichkeitskampagne von Bund, Ländern und Kommunen. Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass die Pandemie leider nicht vorbei ist und unsere Gesellschaft und Wirtschaft weiterhin massiv bedroht. Zu Abstand, Hygiene und Alltagsmaske ging es zurzeit keine Alternative. Wir brauchen auch bei Maskenverweigerung in Bussen und Bahnen eine möglichst bundeseinheitliche Sanktionierung. Hier sollten sich Bund und Länder schnell verständigen.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hat kein Verständnis für Maskenverweigerer und Pandemie-Leugner, die nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen im schlimmsten Fall in Lebensgefahr bringen. Wir werden noch länger mit den Einschränkungen leben müssen. Die Pandemie ist keine Kurzstrecke, sondern ein Marathonlauf.

Im Herbst und Winter, wenn Außenveranstaltungen nicht die Regel, sondern die Ausnahme sein werden, werden die Anforderungen an Disziplin und Einhaltung der Regeln noch einmal steigen.

Foto: © natali_mis - stock.adobe.com

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