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Verkehr

2020-05-23
Corona verändert Mobilität
© Kzenon - Fotolia.com

ÖPNV stärken, Hygienestandards erhöhen - Fahrrad wichtiger Baustein der Verkehrswende. Ein Statement von DStGB-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerd Landsberg.

"Die CoronaPandemie verändert unser Mobilitätsverhalten grundlegend. Der privat genutzte Pkw weist wegen der geringeren Infektionsgefahr gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln einen deutlich höheren Wohlfühlfaktor auf. Die Menschen fühlen sich in ihrem eigenen Auto sicherer. Der öffentliche Personennahverkehr darf aber nicht zum Krisenverlierer werden. Wenn aus Klimaschutzgründen die notwendige Verkehrswende gelingen soll, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Menschen, die Busse und Bahnen nutzen. Deswegen muss die Taktung im ÖPNV jetzt erhöht werden, so dass weniger Personen in den einzelnen Bussen und Bahnen mit dem nötigen Abstand sicher fahren können und diese Verkehrsmittel wieder mehr genutzt werden. Je höher die Hygienestandards umso größer ist das notwendige Vertrauen der Menschen.

Das Fahrrad ist sicher ein wichtiger Baustein im städtischen Verkehr der Zukunft. Es kann aber Busse und Bahnen nicht ersetzen. Insbesondere wenn das Wetter im Herbst und Winter wieder deutlich schlechter wird, werden die Menschen mit Bussen und Bahnen fahren wollen. Seit Jahren geht der Radwegenetzausbau in Städten und Gemeinden voran. Allerdings ist die Umsetzung vor Ort aus planerischen, finanziellen und strategischen Gründen teilweise schwierig. Gerade weil das Fahrrad ein wichtiger Baustein im Verkehrskonzept der Kommunen ist, muss es mit den anderen Verkehrsmitteln sinnvoll vernetzt werden. Dazu gehören sichere Abstellplätz ebenso wie die Verbindung des Radnetzes mit den Haltestationen von Bussen und Bahnen und die sichere Verkehrsführung in Abgrenzung zum Autoverkehr. Mit den jetzt geforderten Schnellbauprogrammen alleine ist es daher leider nicht getan. Notwendig sind auch Radschnellwege als Verbindung zu anderen Städten und Regionen. Das wiederum setzt entsprechende kommunalpolitische Entscheidungen und Abstimmungen voraus. Sogenannte "Pop Up – Radspuren" haben insoweit eher symbolische Bedeutung. Auch bei der Verkehrswende gilt: Es braucht sinnvolle Planung und eine gute Strategie, denn durch Demonstrationen allein entstehen noch keine neuen Radwege."

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