Publikationen

© svort - Fotolia.com

BEleuchtung

12.09.2017
Nr. 143 - Kommunale Beleuchtung

Mit dem Klimaschutzplan 2050 hat die Bundesregierung den Weg zu einem weitgehend treibhausgasneutralen Deutschland im Jahr 2050 vorgezeichnet. Der Plan stellt erstmals Klimaziele auch für einzelne Wirtschaftszweige auf und gibt eine konkrete Orientierung, wie Deutschland, seine Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft sich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln sollen. Und dabei ist klar, dass insbesondere eine verbesserte Energieeffizienz und eine vermehrte Energieeinsparung eine große Rolle spielen werden.

In Deutschland belaufen sich die Kosten für kommunale Strom- und Wärmeversorgung jährlich auf rund 3,4 Milliarden Euro. Mehr als ein Drittel des kommunalen Energieverbrauchs entfällt dabei auf die Beleuchtung von Straßen, Wegen und öffentlichen Plätzen. Der Betrieb und die Wartung der über neun Millionen Lichtpunkte in deutschen Städten und Gemeinden stellen damit einen erheblichen Kostenfaktor in kommunalen Haushalten dar. Eine energieeffiziente, moderne und wartungsarme öffentliche Beleuchtung bietet Kommunen neben der Möglichkeit, wirksam Klimaschutz zu betreiben, auch enorme Chancen zur Kostenersparnis. Das Einsparpotenzial einer deutschlandweit rundum sanierten öffentlichen Beleuchtung wird auf bis 400 Millionen Euro beziehungsweise 2,2 Milliarden Kilowattstunden jährlich geschätzt.

Hinzu kommt, dass viele ältere Beleuchtungsprodukte nach den Vorgaben des europäischen Gesetzgebers nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen, da sie die vorgegebenen Energieeffizienzanforderungen nicht erfüllen. So dürfen seit April 2015 beispielsweise Quecksilberdampf- und Natriumdampflampen aufgrund des HQL-Verbots der EU nicht mehr verkauft werden. Wenn die Ersatzleuchten zur Neige gehen, führt für Kommunen daher kein Weg an einer Modernisierung der Beleuchtungsanlagen vorbei.

Mit der Dokumentation „Kommunale Beleuchtung“ gibt der Deutsche Städte- und Gemeindebund Kommunen einen Leitfaden an die Hand, damit diese die zumeist erheblichen Effizienzpotenziale für eine Umrüstung veralteter Beleuchtungstechnik vor Ort identifizieren und heben können. Die Kenntnis der Rahmenbedingungen bei der öffentlichen Beleuchtung, auch in technischer und rechtlicher Hinsicht, ist elementar für eine Modernisierung der kommunalen Beleuchtung. Auch enthält diese Dokumentation Hinweise auf bestehende Fördermöglichkeiten, die von kommunaler Seite bei Projekten im Beleuchtungsbereich in Anspruch genommen werden können.

Viele Kommunen – einige davon werden mit ihren Projekten beispielhaft in der Dokumentation dargestellt – haben sich bereits entschieden, vor Ort auf eine energieeffiziente LED-Beleuchtung umzustellen. Dies ist ein Schritt, der vor dem Hintergrund kurzer Amortisationszeiten auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Nicht nur die Einsparpotenziale und der Klimaschutz sprechen aber für eine Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung. Ein weiterer Mehrwert lässt sich zudem dann erzielen, wenn das Licht auch als Gestaltungselement einsetzt wird, und zwar sowohl, um Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ein Gefühl von Sicherheit auf Straßen und Wegen zu geben als auch als Element zur Attraktivitätssteigerung von öffentlichen Plätzen, Gebäuden, Brücken etc. in der Kommune.