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Wasser

2019-02-25
Nr. 149 - Wasser in der Stadt

„Wasser“ ist ein ureigenes kommunales Thema. Sowohl die Wasserversorgung als auch die Abwasserbeseitigung sind in Deutschland Kernaufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge in der überwiegenden Zuständigkeit der Kommunen. Allein im Abwasserbereich sorgen über 10 000 kommunale Kläranlagen dafür, dass Abwasser in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen EU-Staaten fast flächendeckend nach dem höchsten Reinigungsstandard behandelt wird. Trinkwasser kann in Deutschland bedenkenlos und in hervorragender Qualität jederzeit aus dem Wasserhahn getrunken werden.

Die kommunale Wasserwirtschaft steht gleichwohl vor neuen Herausforderungen: Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur, neue gesetzliche Vorgaben im Wasserrecht, der demografische Wandel, verbunden mit einem stetig sinkenden Wasserverbrauch sowie Nutzungskonkurrenzen verlangen nach innovativen Lösungen. Es ist daher richtig, dass die Bundesregierung im Oktober 2018 zu einem „Nationalen Wasserdialog“ eingeladen hat. Ziel aller Beteiligten muss eine nachhaltige Entwicklung und integrierte Bewirtschaftung unserer Wasserressourcen sein, zumal die deutsche Wasserinfrastruktur auf Versorgungssicherheit und Langfristigkeit ausgerichtet ist.

Eine zentrale Rolle kommt den Kommunen bei der Frage nach einem effektiven Schutz vor Hochwasser und Extremwetterereignissen zu. Immer häufiger und ohne längere Vorwarnzeiten müssen sie sich auf Extremwetter- und Starkregenereignisse und deren Folgen einstellen. Starkregen mit bis zu 100 Liter oder mehr Niederschlag pro Quadratmeter in wenigen Stunden zeigen, dass es keinen absoluten Schutz gegen punktuell auftretende Naturkatastrophen gibt. Gleichwohl muss hier ein Umdenken stattfinden, um Schäden zukünftig zu minimieren und den Schutz von Menschen und Sachwerten weiter zu verbessern. Bereits heute vergrößern viele Gemeinden durch die Steuerung der Flächennutzung, der Infrastruktur- und der Siedlungsentwicklung Rückhalteräume für das Wasser und vermindern hiermit Schadenspotenziale.

Der kommunale Handlungsrahmen muss indes weiter gestärkt werden. Daher ist die Veröffentlichung der vorliegenden Dokumentation „Wasser in der Stadt“ besonders zu begrüßen. Die Darstellung unterschiedlicher kommunaler Projekte und Forschungsvorhaben, etwa zur Hochwasserrisikoanalyse, zur Regenwasserbewirtschaftung oder auch zur Verbesserung der kleinräumigen Niederschlagsvorhersage bieten gute Anknüpfungspunkte für das Handeln „vor Ort“. Mit der Darstellung ausgewählter Praxisbeispiele aus Projekten der Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcenmanagement für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM)“ werden konkrete Hilfestellungen gegeben, um für die mit dem Klimawandel verbundenen Veränderungen gewappnet zu sein. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

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