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2015-08-06
Zahl der Personen mit Migrationshintergrund steigt um 3 Prozent
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Wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage des Mikrozensus 2014 ermittelte hatten 2014 etwa 16,4 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entsprach einem Anteil von 20,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung und einem Zuwachs von 3 Prozent gegenüber 2013. Gegenüber 2011 ist die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund um gut 1,5 Millionen Menschen oder 10,3 Prozent angestiegen. Die Zahl der Zuwanderer stieg 2014 auf 10,9 Millionen, das sind eine Million oder 10,6 Prozent mehr als 2011. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ging hingegen seit 2011 um 885 000 oder 1,4 Prozent zurück. Die Daten des Mikrozensus belegen somit, dass Deutschland bunter wird und die Zuwanderung derzeit noch den Rückgang bei der deutschen Bevölkerung ausgleicht

Seit 2011 ist die Zahl der Zuwanderer von Jahr zu Jahr angestiegen. Besonders deutlich war der Zuwachs bei Zuwanderern aus der Europäischen Union mit 620000 Personen (+18,3 %). Hierbei spielten vor allem Migranten und Migrantinnen aus Polen (+179000 oder +16,7%), Rumänien (+109000 oder +28,7%), Italien (+55000 oder +14,6%), Bulgarien (+53000 oder +79,4%) und Ungarn (+53000 oder 51,9%) eine große Rolle. Auch die Zahl der Zuwanderer mit Wurzeln im außereuropäischen Ausland hat zum Teil beträchtlich zugenommen. Das betraf seit 2011 vor allem die Migranten und Migrantinnen aus China (+38000 oder +54,1%), Syrien (+35000 oder +96,8%) und Indien (+28000 oder +60,6%).

Der Bildungsstand der zugezogenen Bevölkerung hat sich in der langen Zuwanderungshistorie Deutschlands deutlich verändert, wie der Vergleich der Personen im Alter von 25 bis 35 Jahren zeigt. Im Jahr 2014 hatten 18,1 % der bis 1990 Zugezogenen einen Hochschulabschluss, aber 43,7 % der seit 2011 Zugezogenen. Zum Vergleich: 24,1 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund konnten 2014 einen Hochschulabschluss vorweisen. Allerdings hatten auch 27,8 % der seit 2011 Zugewanderten keinen Berufsabschluss, deutlich mehr als Personen ohne Migrationshintergrund (9,1 %). Bei der Schulbildung zeigt sich ein ähnliches Bild: 61,7 % der seit 2011 eingereisten Migrantinnen und Migranten im Alter von 25 bis 35 Jahren hatten eine Hochschulzugangsberechtigung, bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren es nur 47,1%. Demgegenüber besaßen 8,0 % der Migrantinnen und Migranten keinen Schulabschluss, während es bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund nur 1,9 % waren.

Die Familienzusammenführung war für die seit 1960 Zugewanderten der wichtigste Grund für die Zuwanderung (37,0 %). Der zweitwichtigste Grund war die Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland (17,9 %). 21,2 % der Zuwanderer machten keine Angaben zu ihrem Zuwanderungsgrund. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 haben sich die Zuwanderungsmotive deutlich verschoben. Für seit 2008 Zugewanderte war eine Beschäftigung in Deutschland der wichtigste Grund für die Zuwanderung (28,1 %); von diesen hatte die Mehrheit (56,9 %) bei der Einreise einen Job in Deutschland. Bei Personen, die zwischen 2000 und 2007 zugezogen sind, war eine Beschäftigung noch deutlich seltener der Hauptgrund (16,5 %).

Quelle: www.destatis.de Pressemitteilung vom 03.08.2015

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