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logistik

2020-10-23
KODRONA - Transportdrohnen in Siegen
KODRONA © Stadt Siegen

In Siegen wird im Projekt „KODRONA“ der Einsatz von Transportdrohnen im städtischen Luftraum zwischen zwei Kliniken untersucht. Durch das Forschungsprojekt „KODRONA – Kooperative Drohnentechnologie und Anwendungen zur medizinischen Versorgung“ testen die Stadt Siegen, ein Klinikverbund aus DRK-Kinderklinik, Kreisklinikum Siegen und St. Marienkrankenhaus, die Universität Siegen, sowie zwei Siegener Technologiepartner Microdrones und Guntermann & Drunck wie Drohnen effektiv im medizinischen Kontext eingesetzt werden können. Das Pilotprojekt verbindet die DRK-Kinderklinik mit dem Kreisklinikum und soll Erkenntnisse darüber liefern, welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit digitale Transportdienstleistungen zur medizinischen Versorgung aufgebaut werden können.

Aus der Kinderklinik werden täglich unter anderem rund 50 Blutproben zur Analyse in das benachbarte Zentrallabor im Kreisklinikum gebracht. Aktuell werden solche Proben in Siegen, aber auch an allen anderen Kliniken in ganz Deutschland, noch auf der Straße per Paketdienst, Kurier oder Taxi, sowie per Post von der jeweiligen Klinik an das Labor versendet. Drohnen bieten hier eine attraktive, schnellere und potenziell kostensparendere Alternative. Die Flugstrecke zwischen der Kinderklinik und der Kreisklinik beträgt in Siegen ca. 2,5km. Hierbei muss die Drohne jedoch eine Bundesstraße überqueren.

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Prototyps im Krankenhausumfeld mit dem Aufbau einer sicheren Flugstrecke außerhalb der Sichtweite der Drohne und der entsprechenden Start-Lande-Infrastrukturen. Dazu gehört die Umsetzung eines kollisionsfreien Luftverkehrs zur Beförderung von Laborproben, Blutproben oder anderem medizinischen Material zwischen den Klinken. Nach aktuellem Rechtsstand ist der Einsatz von Drohnen im Krankenhaus-Umfeld untersagt, um Kollisionen oder gefährliche Annäherungen mit Rettungshubschraubern zu vermeiden. Das wird sich mit einer neuen EU-Drohnenverordnung verändern und die Anforderungen an die Flugsicherung werden zunehmen. Eine Problematik ist, dass Rettungshubschrauber bisher nicht durch eine Flugüberwachung verzeichnet werden. Hubschrauber und Drohen dürfen jedoch auf keinen Fall kollidieren. Aus diesem Grund spielt gerade die Überwachung des niedrigen Luftraums eine zentrale Rolle für das Projekt. In Zukunft sollen die Drohnen in der Lage sein, selbstständig Hubschrauber zu erkennen und automatisch auszuweichen. Die beteiligten Unternehmen entwickeln gemeinsam mit der Stadt Siegen einen neuartigen Drohnen-Leitstand, der die Transportflüge autorisiert, alle kooperativen Flugbewegungen erfasst und die gemeinsamen Flugbewegungen im Sinne einer einheitlichen „Gefahren-Abwehr“ als digitales Luftlagebild kontrolliert. Das Projekt arbeitet eng mit der Luftfahrtbehörde und den relevanten Organisationen zusammen, so zum Beispiel mit der lokalen ADAC-Luftrettungsstation.

In Siegen soll KODRONA neben Vorteilen für die beteiligten Kliniken, auch zu einer Arbeitsplatzsicherung durch neue Technologien und damit zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im ländlichen Raum beitragen. Mit dem Projekt kann auch erfasst werden, welche weiteren Transporte im Urban Mobility Space möglich sein könnten. Gefördert wird das 435.000 Euro teure Projekt zu 73Prozent mit Fördermitteln des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Foto: KODRONA © Stadt Siegen

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