Integration von Flüchtlingen – eine langfristig lohnende Investition

Das DIW hat bei der Berechnung der Auswirkungen der Flüchtlingsmigration auf die Wirtschaftsleistung drei Szenarien zugrunde gelegt. Im sogenannten Basisszenario wird davon ausgegangen, dass 40 Prozent der Arbeitssuchenden (und hierzu auch berechtigten) in den ersten vier Jahren eine Anstellung finden werden, auch nach zehn Jahren wird die Arbeitslosenquote aber noch erheblich sein. Viele werden im Bereich geringqualifizierter Beschäftigung eine Anstellung finden. Angenommen wird hier eine Produktivität der Flüchtlinge, die bei rund einem Drittel der Beschäftigten liegen wird. Denkbar ist durchaus aber auch eine noch geringere Produktivität, die entsprechend im pessimistischen Szenario berücksichtigt wurde (hier wurde zudem von doppelt so hohen Kosten ausgegangen). Die gesamtwirtschaftliche Betrachtung berücksichtigt unter anderem auch die zusätzliche Konsumnachfrage und die staatlichen Bau- und Sachleistungen, die zu einem überproportionalen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage führen dürften.

In allen drei Szenarien überwiegen anfangs klar die Kosten. Im optimistischen Szenario wird aber bereits für 2017/2018 mit positiven Effekten der Flüchtlingsmigration auf die gesamtstaatliche Wirtschaftsleistung gerechnet, im Basisszenario dann 2020/2021. Im pessimistischen Szenario wird der Break-even-Punkt erst 2025/2026 erreicht. Allen Szenarien nach wird langfristig der Nettobeitrag der Flüchtlingsmigration zur gesamtwirtschaftlichen Lage aber positiv sein.

Kernaussage des Papiers ist daher, dass die anfallenden Kosten von gut 12.000 Euro je Flüchtling pro Jahr und die durchschnittlich angenommenen 7.200 Euro an Sozialleistungen für anerkannte Flüchtlinge als Investition in die Zukunft zu sehen sind.

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