Europa

deutsch-französische freundschaft in zeiten von corona

Von Feinden zu Partnern, zu Freunden - die lange Tradition einer erfolgreichen Zusammenarbeit

Mit der Unterzeichnung des Elysee-Vertrages am 22.01.1963 legten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Grundstein für eine deutsch-französische Zusammenarbeit in weiten politischen und gesellschaftlichen Bereichen. Zum 56. Jubiläum des Freundschaftsvertrages besiegeln Angela Merkel und Emmanuel Macron im Aachener Vertrag 2019, diese Partnerschaft weiter zu vertiefen und für ein starkes, zukunftsfähiges und souveränes Europa einzustehen. Zahlreiche Austausch- und Begegnungsprogramme, langjährige kommunale Partnerschaften und Organisationen wie das Deutsch-Französische Jugendwerk verankern die Freundschaft der beiden Länder tief im gesellschaftlichen Leben. 

Auch in schwierigen Situationen lassen sich Freunde nicht trennen.

Längst ist die Grenze zwischen den einst verfeindeten Ländern unsichtbar geworden. Beiderseits einkaufen, arbeiten, zur Schule gehen gehört besonders für Einwohner der Grenzgemeinden zur alltäglichen Selbstverständlichkeit. Doch die Corona-Pandemie macht die Grenze wieder spürbar. Zur Eindämmung der Gefahr durch das Covid-19-Virus wurden die Grenzen in der anfänglichen Phase der Epidemie geschlossen und streng kontrolliert. Für Pendler und Grenzgemeinden wurden mittlerweile Lockerungen beschlossen.

Zahlreiche deutsch-französische Programme, Projekte und Begegnungen können nicht wie geplant durchgeführt werden. Doch bekanntlich machen schwierige Zeiten kreativ und schweißen zusammen.

So produzierten die Städtepartner Trier und Metz anlässlich des 75. Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai gemeinsam eine audiovisuelle Friedensbotschaft. Hier, auf Facebook-Seite des Oberbürgermeisters der Stadt Trier, Wolfram Leibe, kann das Video angeschaut werden. 

Seit 1966 sind die Städte Backnang und Annonay verschwistert. Auch nach über 50 Jahren Städtepartnerschaft ist ihr Austausch durch zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen von Vereinen, Kirchen und Organisationen, private und offizielle Zusammenkünfte, langjährig verbundene Freundschaften und den alljährigen Schüleraustausch sehr lebendig. Trotz der Corona-Krise wird der Kontakt per E-Mail, Telefon und Video-Konferenz weiter gehalten. Die Städtepartner sind sich einig, dass Europa weiter zusammenwachsen solle, sodass Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen innerhalb Europas bald wieder der Vergangenheit angehörten. Gemeinsam sei auch die Coronakrise zu bewältigen.

Die Behandlung einiger französischer Covid-19-Erkrankter in deutschen Krankenhäusern in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein beweisen das solidarische Zusammenhalten Deutschlands und Frankreichs.

Ein solches "Zeichen der Solidarität über die Grenzen hinweg" setzten auch  der Birkenhördter Bürgermeister Matthias Ackermann und sein Bürgermeisterkollege René Richert aus Riedseltz mit dem Manifest für deutsch-französische Freundschaft in Corona-Zeiten. Fast 200 politische Entscheidungsträger aus der Grenzregion folgten dem Aufruf der beiden Ortschefs und unterschrieben das Manifest. Auch die Europa-Abgeordnete Christine Schneider (CDU) und der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart (CDU) unterstützen die Worte: "Die Grenzen schließen sich, aber nicht unsere Herzen“ – „Les frontièresse referment, mais pas nos cœurs“

Weitere Beispiele über die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Zeit von COVID-19 können hier nachgelesen werden.

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